Trotz alarmierender Zahlen ist Bluthochdruck momentan - anders als Diabetes, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen oder koronare Herzkrankheit und neuerdings auch Rückenbeschwerden und Depression - in der BRD nicht als chronische Erkrankung anerkannt.

Das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) regelt: "Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens einen Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit wenigstens ein Jahr lang nachweisen kann und zusätzlich eines der folgenden Kriterien erfüllt: Entweder Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe II oder III oder aber ein Grad der Behinderung beziehungsweise eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 Prozent." Ebenfalls als chronisch krank zählt, "wer eine kontinuierliche medizinische Versorgung benötigt, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die von der Krankheit verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist." #Gesundheit

Würde der Gesetzgeber hier einlenken, wie es unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention fordert, könnten Patienten mit Bluthochdruck in strukturierte Behandlungsprogramme aufgenommen werden. Das sei auch aus volkswirtschaftlicher Sicht zwingend. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung bezifferte die jährlichen Verluste infolge Arbeitsausfall aufgrund einer Bluthochdruckerkrankung auf bis zu vier Milliarden Euro. Weltweit verursacht die unbehandelte Hypertonie die meisten Todesfälle