Einfach mit dem #Smartphone ein Foto von Fuß, Gesicht und Ohr des frühgeborenen Babys machen und in der Datenbank hochladen. Nach einem digitalen Vergleich mit den anderen hochgeladenen Fotos wird dann eine Pflegeanweisung an die Eltern auf das Smartphone gesendet. Gerade in Strukturschwachen Regionen könnte mithilfe der App das Leben von Millionen Frühgeborenen gerettet werden.

Wie funktioniert die Frühchen-App?

Die Eltern machen mithilfe von Smartphone und betreffender App ein Foto von Fuß, Gesicht und Ohr des Frühchens. Dieses laden sie in die riesige Datenbank hoch. Die App vergleicht diese dann mit den Fotos anderer Frühgeborener in verschiedenen Entwicklungsstufen. Nach dem Vergleich, bekommen die Eltern über die App Anweisungen. Die Pflegeanweisungen beziehen sich dabei auf die Fütterung, die optimale Temperatur und Schutz vor Infektionen. Die App wurde von Forschern der "University of Nottingham" entwickelt und wird unter anderem von der Bill-Gates-Stiftung mit 100.000 Dollar unterstützt.

Als "Frühgeboren" oder auch Frühchen werden Babys bezeichnet, die vor Vollendung der 37.Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist jedes zehnte Kind auf der Welt ein Frühchen. In den ersten Tagen und Wochen können bei Frühgeborenen eine Vielzahl von Problemen auftreten. Zum Beispiel Atemnot, Infektionen im Darm, Herzrhythmusstörungen und weitere lebensbedrohliche Komplikationen.

Entwickler der App, Michel Valstar, wünscht sich eine wachsende Anzahl teilnehmender Eltern: "Je mehr Bilder wir bekommen, desto genauer kann die Entwicklungsstufe eines Frühchens bestimmt werden, und desto präziser werden die Pflegeanweisungen".

Die App verbindet den Vergleich von Fotos und Messungen mit dem gängigen Ballard-Test. Der Ballard-Test wurde bisher dazu genutzt, um Eltern selbstständig eine Bestimmung der Entwicklungsstufe ihres Neugeborenen möglich zu machen. (Ein betreffendes Foto, befindet sich in der Fotogalerie)

Besonders in Entwicklungsländern ein großer Fortschritt

In vielen Entwicklungsländern besteht eine sehr schlechte Infrastruktur. Eltern haben keine Chance auf kurze und schnelle Wege zum nächsten Krankenhaus, und machen deshalb diesen Weg nicht in vermeintlich unnötigen Fällen. Es ist erfreulich zu sehen, dass die zunehmende Verbreitung von Smartphones in Entwicklungsländern erkannt und in neue Entwicklungen miteingearbeitet wird. So wie es mittlerweile eine App gibt, die kleinen Bauern in strukturschwachen Regionen Anweisungen gibt, wie sie ihre Kühe zu melken haben, so kann die Frühchen-App auch einen gewaltigen Fortschritt für die Entwicklungsländer bedeuten. Eltern haben mit der App nun schneller Gewissheit, ob der Gesundheits- und Entwicklungszustand ihres Babys gut oder bedenklich ist. Damit können sie bei Komplikationen schneller reagieren und ihr Frühgeborenes ins Krankenhaus bringen.

Foto: Flickr.com - Gates Foundation #Gesundheit