Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und sein Team widmeten sich aktuell den Hygienebedingungen in Großküchen, die Schulen und Altenheime verpflegen. Dabei kamen eklatante Mängel zum Vorschein.

Kinder und alte Menschen sind besonders sensibel, daher muss ihre Ernährung sehr ausgewogen und möglichst frisch sein. Davon war bei den Undercover-Beobachtungen, die Günter Wallraff unlängst machte, wenig zu merken. Stattdessen wurde er mit längst abgelaufenen Fleischprodukten und verschimmeltem Gemüse konfrontiert, das anstandslos in die Kochtöpfe und anschließend in Altenheime und Schulkantinen wanderte.

Günter Wallraff enthüllte Brisantes im neuesten Fall

Die aktuelle Ausgabe der Reportagereihe "Team Wallraff" konnte uns schaudern lassen. Was hier gezeigt wurde, hat sich mancher nicht in seinen schlimmsten Träumen ausgemalt. In einigen deutschen Großküchen geht es so unappetitlich und unsauber zu, dass es einen schon beim Betrachten der Sendung überall kribbelte und den Magen umdrehte. Nicht nur die Zubereitung stinkt zum Himmel. Bereits beim Einkauf sparen die Großküchen beträchtlich und am falschen Ende, denn sie dealen mit Großmärkten und kaufen dort #Lebensmittel, die eigentlich nicht mehr unter die Bevölkerung gebracht werden dürften.

Mit den RTL-Kolleginnen Stefanie Albrecht und Düzen Tekkal war Wallraff inkognito unterwegs, weil er in den Großküchen etwas vermutete, was seine Recherchen letztendlich bestätigen. Dafür schlüpfte Wallraff in die Rolle eines Catering-Unternehmers. Unter dem Gesetz des Sparens wird alles verwertet, was eigentlich in den Müll gehört. Neben längst abgelaufenem Fleisch wurden auch faule oder verschimmelte Produkte ohne mit der Wimper zu zucken verwendet. An den Gerichten in der Portionsschale waren dank Saucen und klangvoller Namen die Ursprungsprodukte kaum noch genau zu identifizieren. Abgelaufenes Fleisch in der Küche zu verwenden ist eine Straftat, wie ein Anwalt für Lebensmittelrecht noch einmal deutlich machte.

Ein munteres Stelldichein von Keimen und Bakterien

Um Keimbildung zu verhindern, müssen die Speisen auf eine bestimmte Art zubereitet werden. Das betrifft vor allem die Kochtemperatur. In einem der gezeigten Unternehmen, das das Cook- und Chill-Verfahren anwendet, wurde die Methode nicht korrekt durchgeführt, sodass nicht sämtliche Keime abgetötet werden können. In einem anderen Unternehmen wurden die Zutaten in der Küche kalt zusammengerührt und sollten in der Schule kurz vor dem Servieren erhitzt werden. Auch das Geschirr für Desserts wurde ungekühlt in den Küchen bereitgehalten, was einen besonders geeigneten Nährboden für Keime darstellt.

Miss Undercover ohne Spaßfaktor

Ferner nahmen die Undercover-Reporter heimlich Proben. Auch hier stellte sich bei der anschließenden Untersuchung im Lebensmittellabor Katastrophales heraus. Das Labor fand unter anderem Darmkeime und Schimmelpilze.

Die Ergebnisse sind zwar traurig, doch mal ehrlich, hat uns das wirklich gewundert? Sparzwänge führen zu erschreckenden Bedingungen, was auch die Ausbreitung von Krankenhauskeimen bestätigt. Angesichts der Dokumentationen über die ebenfalls aus einem Spardiktat resultierenden Putzmängel kann man nur hoffen, nicht als Patient ins Krankenhaus zu müssen.

Wenn sich am Spardiktat der Städte und Kommunen nichts ändert, werden sich auch diese Verhältnisse nicht ändern. Denn wie bei allen Problemen müssen die Ursachen und nicht die Symptome bekämpft werden. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her.

Bild: lbokel/pixabay.com #Gesundheit