Neun Todesfälle in Südkorea gemeldet

Die Angst vor dem tödlichen MERS-Virus (engl. Middle East Respiratory Syndrome für Nahost-Atemwegssyndrom) ist auch in Deutschland angekommen. Das Robert-Koch-Institut sieht aber bei uns keine erhöhte Ansteckungsgefahr. Der MERS-Ausbruch in Seoul liegt inzwischen drei Wochen zurück und forderte in Südkorea bislang neun Todesopfer. Außerdem sind dort über 100 registrierte Fälle der gefährlichen Atemwegserkrankung bekannt. Auch in China nimmt die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des gefährlichen Virus zu. Es handelt sich um den größte Ausbruch der Krankheit außerhalb des Nahen Ostens.

Strenge Hygienevorschriften auch an Schulen

In Seouls nördlicher Provinz Kyonggi war der MERS-Virus zuerst ausgebrochen. Dort wurden inzwischen auch die meisten Schulen geschlossen. Aus Hygienegründen müssen die Kinder an Grundschulen ihre Hände desinfizieren und während des Unterrichts Atemschutzmasken tragen. Mittlerweile gehören die Masken zum Straßenbild in Südkorea. Dort wurden bereits mehr als 3400 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, unter Quarantäne gestellt. Das Virus soll von einem Reisenden ins Land gebracht worden sein.

Kamele sollen MERS auf den Menschen übertragen

Kamele gelten inzwischen als Hauptüberträger des MERS-Virus auf den Menschen. Im arabischen Raum und Regionen Afrikas tragen viele Kamele Antikörper gegen MERS – waren bereits irgendwann einmal mit ihm infiziert. Experten empfehlen, Kontakt zu den Tieren zu vermeiden, Kamelmilch nur pasteurisiert zu trinken und  Kamelfleisch nur gut gegart zu verspeisen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft eher selten.

Vorsicht ist bei chronischen Vorerkrankungen geboten

Das Virus kann beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen. Die Erkrankung kann auch tödlich verlaufen wie in Südkorea. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf. Bislang sind vor allem Mitarbeiter und Patienten von Kliniken sowie deren Angehörige an MERS erkrankt. Starker Husten kann ein Alarmzeichen sein.

Bisher wenig bekannte Fälle in Deutschland

Im März 2015 hatte das erste und bislang einzige Mal ein Tourist die Krankheit mit nach Deutschland gebracht. Zudem wurden laut Informationen des Robert-Koch-Institutes ein Patient aus Katar und 2013 ein Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Deutschland behandelt. Einer der beiden habe genesen entlassen werden können, der andere sei gestorben.

Experten raten: Immer Händewaschen, Hygiene schützt!

jh


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