Baden, Boot fahren, Drachensteigen, Wandern, Freiluftkonzerte sind bei Gewitter lebensgefährlich. Zurzeit scheinen sich Unwetterwarnungen zu häufen. Tatsächlich blitzt es zwischen Mai und September häufiger als in den restlichen Monaten des Jahres. 95 Prozent aller Blitze entladen sich in dieser Zeit. Damit ein Gewitter entsteht, müssen warme Luftmassen mit hoher Feuchtigkeit in große Höhen aufsteigen.

 

Gigantische elektrische Entladungen

 

Der VDE, der Verband der der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, in dem auch Blitzforscher mitarbeiten, erklärt es so: „Elektrophysikalisch ist ein Gewitter ein gigantischer elektrostatischer Generator mit Wassertröpfchen und Eispartikeln als Ladungsträger, mit dem Aufwind als Ladungstransportmittel und der Sonne als Energielieferant, die durch Wärmestrahlung erdnahe Luftschichten aufheizt und durch Verdunsten von Wasser für Feuchtigkeit sorgt.“ Was schon für erwachsene Laien kompliziert klingt, ist für Kinder noch schwieriger.

 

Aktuelle Wetterwarnungen

 

„Warnung vor Gewittern, vereinzelt Unwetter, lokal auch extreme Unwetter: Im Süden und Südwesten einzelne Gewitter, teils mit Starkregen, Hagel und/oder Sturmböen. Vereinzelt unwetterartige Entwicklungen mit heftigem Starkregen über 25 l/qm in kurzer Zeit und größerem Hagel sowie schweren Sturmböen. Lokal auch extreme Entwicklungen mit Starkregen über 40 l/qm, großem Hagel um 5 cm und Orkanböen um 120 km/h.“ So stand es im heute Nachmittag veröffentlichten Warnlagebericht. Eine Stunde später hatte der Deutsche Wetterdienst in Süddeutschland innerhalb von 90 Minuten 29 342 Blitze gezählt.

 

Nord-Süd-Gefälle

 

An besonders aktiven Gewittertagen zählen Meteorologen über 100.000 Blitze in Deutschland. Von Norden nach Süden nimmt die Zahl der Gewittertage und der Blitzschläge pro Quadratkilometer zu. So lag die Zahl der Blitzeinschläge auf zehn Quadratkilometer von Januar bis Juli 2015 mit 37 in Baden-Württemberg am höchsten, gefolgt von Hessen mit 34 und Bayern mit 30. Am wenigsten schlugen Blitze in Brandenburg (8x), Mecklenburg-Vorpommern (6x), Berlin (5x) und Schleswig-Holstein (4x) ein. In einer Umfrage gaben zwölf Prozent der Befragten an, schon einmal einen Schaden an Haus, Wohnung oder Auto durch Blitzschlag erlitten zu haben. 24 Prozent wurden durch einen Gewittersturm materiell geschädigt. Blitzbedingte Überspannungen können elektrische Geräte und auch Telefonleitungen zerstören.

 

Richtig reagieren rettet Leben

 

Bei etwa 800 Unfällen durch Blitze im Jahr werden rund 100 Personen verletzt. Durchschnittlich fünf Menschen sterben. Deshalb hat der Verband jetzt das 24-seitige Comic-Heft „Donner-Wetter!“ veröffentlicht. Von Illustrator Jens Rotsche grafisch gestaltet, erklären Laura, Basti und Linus kindgerecht, was man über Donner und Blitz wissen muss. Das Heft richtet sich an ältere Kindergartenkinder und Grundschüler. Diese Altersgruppe erkennt zwar in der Regel die Gefahr, handelt jedoch nicht immer vernünftig, wenn es darauf ankommt. „Buchen sollst du suchen, ist großer Quatsch“, erklärt Laura ihren Freunden. Bei Gewitter ist jeder Aufenthalt in der Nähe erhöhter Stellen wie Bäumen oder Laternen grundsätzlich lebensgefährlich.

 

Kostenlos erhältlich

 

Der Comic kann auf donner-wetter.info heruntergeladen kostenlos werden. Kindergruppen und Schulklassen können sich gedruckte Exemplare, auch als Klassensatz, schicken lassen. Schon in Arbeit ist eine App zum Donner-Wetter-Comic. Sie wird in einigen Wochen veröffentlicht.

 

Illustration: VDE/Jens Rotsche

 

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