Zur zurückliegenden Masern-Epidemie gab es schon wieder reichliche Diskussionen zwischen den Impfkritikern und Impfbefürwortern. Da sind die Fronten ähnlich hart, wie zwischen anderen Meinungsgegnern in Deutschland. Es prallen regelrecht Weltbilder und Lebensphilosophien aneinander. Das Ganze gipfelt dann mit den auf Facebook üblichen wüsten Beschimpfungen und der Forderung nach gesetzlicher Impfpflicht.

Heute gilt die Kinderlähmung weltweit als fast ausgerottet. Das Auftreten von Poliofällen durch Impfungen führte indes zu einer Abkehr vom Schluckimpfstoff und der Empfehlung des Totimpfstoffs. Doch neben neuen Namen für die alte Krankheit (z.B. aseptische Meningits), macht seit Anfang der 80er-Jahre das sogenannte "Post-Polio-Syndrom" auf sich aufmerksam. Das erfasst ausschließlich Menschen, die noch vor der Einführung des Impfstoffs die Kinderlähmung auf natürliche Weise durchmachten. Das wirft die Frage auf, wie eine der Originalkrankheit nachempfundene Impfung immunisieren soll, wenn es noch nicht einmal die Originalkrankheit kann?

Die breite Einführung der Schluckimpfung in Deutschland im Jahre 1962 wird bis heute mit als der Beweis für den Nutzen der Impfungen gefeiert. Denn statistisch gesehen gingen die Erkrankungs- und Todeszahlen schlagartig zurück. Berücksichtigt man jedoch, dass im gleichen Jahr das Bundesseuchengesetz mit verschärften Hygienebestimmungen in Kraft trat, ändert sich das Bild ein wenig.

Wer zu diesem Thema schreiben will, der begibt sich auf dünnes Eis. Alleine die Rotarier haben weltweit 1 Milliarde Dollar gespendet, um die Kinder zu impfen. Das entspricht ganz der Philosophie von Bill Gates, der ja erst kürzlich auch mehrere Milliarden für Impfzwecke angekündigt hat - unter dem Motto To reach every Child. Und wer möchte schon eine Gegenrede zu solch mächtigen Personen und Gruppen halten? 

Dabei ist aber interessant zu wissen, dass die um sich greifende Impfmüdigkeit ganz besonders Studenten und Bildungsbürgertum betrifft. Die wissen halt, dass Thiomersal immer noch C9H9HgNaO2S ist - also eine Quecksilberverbindung. Sagte man früher nicht "Wissen ist Macht"?

Ich will die leidige Impfdebatte hier gar nicht weiterführen. Wie gesagt, die Fronten sind nicht nur verhärtet, sondern fast schon militant. Jedenfalls geht es auch um sehr viel Geld und man sollte dankbar sein, wenn Menschen dafür reichlich spenden. Sind das dann Brunnenvergifter, Brandstifter oder "Verschwörungstheoretiker", welche die Menschen in einen "Impfalarmismus" versetzen mit Schlagzeilen wie: "Die Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia" (Sueddeutsche Zeitung vom 6. Februar 2015). Und selbst das Online-Magazin der Apotheker-Zeitung übernimmt diese Schlagzeile! 

Der Tagesspiegel aus Berlin wisse sogar: "Der Körper kann das Gift (Quecksilber) kaum ausscheiden, es greift die Nerven an und schädigt Ungeborene".

Das ist schon bemerkenswert. Aber nicht wirklich beruhigend.

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