Es mutet bizarr an, wie sich Dr. Magaret Chan, Generaldirektorin der WHO, zum Thema E-Zigarette äußerte.  

"E-Zigaretten veranlassen junge Menschen dazu, das sie mit dem Rauchen anfangen. Den nationalen Regierungen empfehle ich, diese zu verbieten oder zumindest zu regulieren."

Nicht, dass sie etwa das Produkt Tabakzigarette meint. Nein, Chan geht es explizit um die E-Zigarette, unter Dampfern auch "Dampfe" genannt. Ein schöneres Geschenk kann man der Pharma- und Tabakindustrie sowie dem Fiskus wahrlich nicht machen. Wenn Ihnen das alles sehr bekannt vorkommen sollte, so brauchen Sie nicht lange zu überlegen und erkennen sofort, dass die Argumentation auch von der WHO-Stabsstelle für Tabakkontrolle in Deutschland kolportiert wird. 

264 Millionen Tabak Tote im 20. Jahrhundert

Laut "Statista", ließen im 20. Jahrhundert, alleine an den Folgen von COPD "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", 200 Millionen und an Lungenkrebs 95 Millionen Menschen ihr Leben. Obwohl die Todeszahlen durch Luftverschmutzung in der Statistik herausgerechnet wurden, rechnen wir für beide Todesarten noch rund 10% großzügig heraus und kommen immer noch auf eine durch das Rauchen bedingte Todesrate (Lungenkrebs und COPD) von rund 264 Millionen Personen. Das wären somit mehr als das Doppelte. Also 133 Millionen Todesopfer mehr, als in allen Kriegen des 20. Jahrhundert zusammengenommen. 

Gesundheit ein Menschenrecht

Seit 1949, ihrem Gründungsjahr, ist der WHO kein entscheidender Schlag gegen den Konsum von Tabak gelungen. Im Gegenteil, denn laut Süddeutsche Zeitung aus 2010 sind jährlich 6 Millionen Tabaktote zu beklagen. Auf ein Jahrhundert hochgerechnet wären dies 600 Millionen bedingte Tabakopfer. So entsteht für mich der Eindruck, dass sich rund um den Konsum von Tabak ein monströser bürokratischer Apparat aufgebaut hat und dieser immer mehr die Daten über die lebenden und die verstorbenen Raucher verwaltet.

Die informierte desinformierte Gesellschaft

Besonders der vierte Punkt der WHO Präambel aus dem Jahr 1990 setzt auf eine informierte Gesellschaft, die an ihre eigene #Gesundheit mitarbeitet. Wie muss man eine Organisation nun bewerten, die ihre eigenen Grundsätze wie im Fall der E-Zigarette mit Füßen tritt? Als im Jahr 2011 der Gesamtumsatz der E-Zig. Industrie bei rund 195 Millionen Dollar lag, war das Dampfen bei der WHO noch kein großes Thema. So stieg der Umsatz ein Jahr später auf 500 Millionen Dollar und es begann sich was zu regen. 2014 stieg der Umsatz auf rund 2,5 Milliarden Dollar und die große Gegenkampagne fand ihren damaligen Höhepunkt, auch wenn kein Todesopfer durch das Dampfen zu beklagen war. Trotz des enormen Zuwachses an Dampfer hier in Deutschland, hat sich der Verkauf von Zigaretten vom Jahr 2000 an bis 2014 halbiert. Aufgrund einer Verdoppelung der Preise, konnten die Steuereinnahmen für den Staat in etwa gehalten werden und das Rauchen brachte in 2014 dem Fiskus 14,61 Milliarden Euro an Tabaksteuereinnahmen!

Tabakprodukterichtlinie

Brechen noch mehr Raucher weg, muss eine neue Einnahmequelle generiert werden, um die Verluste zu kompensieren. Der Weg für Steuereinnahmen aus der E-Zigarette muss geebnet werden und das kann nur die WHO. Sie ist die Legitimationsgrundlage für die Staaten, eine neue Verbrauchssteuer einzuführen. Und das dürfte einer der Gründe für die Bemühungen der WHO sein, die E-Zigarette zu diskreditieren. Was für ein Glücksfall für die Industrie! 

Fotorechte: WHO Press, D. Schmahl