„Warum macht er das?“, fragte sich eine Besucherin der 10. HOPE-Gala am vergangenen Wochenende in Dresden. Eben hatte der 88-jährige Harry Belafonte eine emotionale Ansprache gehalten und den siebenten HOPE-Award entgegen genommen. Seit 2009 wird an verdienstvolle Aktivisten verliehen. Der Weltstar unterstützt das Projekt seit der Initialzündung 2004. Die erste HOPE-Gala fand 2006 statt. Alle Spenden fließen seitdem ohne Abzüge in das HIV- und AIDS-Projekt „HOPE Cape Town“ in Südafrika. Im Jubiläumsjahr wurde die magische Marke von einer Million überschritten. Mit den 184.210 Euro aus 2015 konnten innerhalb von zehn Jahren 1.020.210 Euro eingeworben werden. In Südafrika sind insgesamt mehr als sechs Millionen Menschen infiziert. Das sind so viele Betroffene, wie Sachsen und Thüringen zusammen Einwohner hat. Täglich werden 1.285 Neuinfektionen registriert. 490 Menschen sterben pro Tag an Aids.

Lebenslanges politisches und soziales Engagement

Harry Belafontes Biografie ist voller Superlative. Er selbst würde das vermutlich nie so sagen. Als den „aktivsten politischen Künstler aller Zeiten“ würdigt ihn sein Freund, der deutsche Konzertveranstalter Hermjo Klein. Als erster Sänger verkaufte er über eine Million Langspielplatten. Er war der erste Nicht-Weiße, der eine eigene Fernsehshow bekam und dafür 1960 mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Fünf Jahre später nahm er einen Grammy für ein mit Miriam Makeba aufgenommenes Album entgegen. Die Idee der Benefiz-Single zugunsten der hungernden Bevölkerung Afrikas stammt von ihm. „We are the world“ wurde millionenfach verkauft. Vor einem Jahr war der Schauspieler, Sänger und „UNICEF-Botschafter des Guten Willens“ mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk im Kampf gegen Diskriminierung, Krieg und Unterdrückung geehrt worden.

Respekt für alle Menschen

Eine kleine Episode veranschaulicht, wie sich der Bürgerrechtsaktivist verhält. „Vor Jahren besuchten wir die Meißner Porzellanmanufaktur, weil Harry Belafonte Sachsen kennenlernen wollte“, erinnert sich HOPE-Gala-Initiatorin Viola Klein. „Plötzlich ging er auf eine Reinigungsfrau zu, gab ihr die Hand und fragte, wie es ihr geht. Das verdutzte Gesicht der Frau werde ich nie vergessen.“ Er gehe in Resonanz mit allen Menschen und suche immer nach Ungerechtigkeiten. Dass er den aus Meißner Porzellan bestehenden HOPE-Award signieren und weltweit versteigern lassen will, passe zu seinem Engagement. Der Erlös soll ebenfalls in die medizinische Versorgung der HIV-infizierten Kinder in Kapstadt fließen. Die Details der Auktion werden in Kürze auf der Facebook-Seite der HOPE-Gala bekannt gegeben. Aktuell wurden bereits 11.111 Euro geboten, verrieten die Veranstalter.

 

Foto: ©Michael Schmidt

Der siebente HOPE-Award wurde am Wochenende an Harry Belafonte (Mitte) verliehen. HOPE-Gala-Initiatorin Viola Klein (links) und HOPE-Cape-Town-Initiator Stefan Hippler (rechts), freuten sich, dass der 88-jährige Weltstar aus New York anreiste und den Preis persönlich in Dresden entgegennahm. Noch am Abend der Veranstaltung kündigte Belafonte an, seinen Preis zugunsten des Projektes zur weltweiten Versteigerung zu stiften. #Gesundheit #Rassismus