Man hätte es von den Grünen wahrscheinlich am wenigsten erwartet, dass sie sich der E-Zigarette gegenüber neutraler mit leichtem Hang zur Befürwortung zeigen. Zwar gibt es auch von den Grünen Forderungen zu gewissen Einschränkungen, doch mit diesen Forderungen können Verwender der E-Zigarette nach Umsetzung der Tabakregulierung relativ "gut leben".

Einschränkungen fördern die "dunklen Kanäle" bei der Beschaffung

Grundsätzlich sprechen sich die Grünen dafür aus, dass ein Verbot der E-Zigarette ist nicht für zielführend wäre weil damit nur die Beschaffung über andere Kanäle stattfinden würde was wiederum mehr Gefahren für Verbraucher in sich birgt. Eine derartige Einschränkung ist mit einem effektiven Verbraucherschutz nicht zu koppeln. Die Grünen blasen damit ganz und gar nicht in das Horn des Krebsforschungsinstituts wo man das komplette Verschwinden von E-Zigaretten wohl sehr begrüßen würde. Das bereits beschlossene Abgabeverbot von E-Zigaretten an Jugendliche wird durchwegs begrüßt - hiergegen gibt es auch aus den Reihen der Dampfer keine Gegenstimmen.

Auf Anfrage bei den Grünen hinsichtlich der Haltung den E-Zigaretten gegenüber wurde mitgeteilt, dass man sich für klare Regelungen zur Qualität und Produktsicherheit von E-Zigaretten bzw. Liquids einsetzen wird. Ebenso liegt ein Hauptaugenmerk darauf, dass die Darstellung der E-Zigarette als gesundheitsfördernd zeigt untersagt wird. Gesundheitsfördernd sind E-Zigaretten sicher nicht, doch sie belasten nachweislich den Organismus um ein Vielfaches weniger als Tabakzigaretten (siehe Video Prof. Dr. Dartsch).

Es wurde bei dieser Anfrage überraschender Weise das erste Mal auf vorgefertigte Textblöcke mit Stimmungsmache gegen E-Zigaretten verzichtet.

Mehr Forschung und aussagekräftige Ergebnisse zur E-Zigarette gefordert

Bemängelt wird seitens der Grünen, dass es bislang nicht genügend Investition in die Forschung rund um E-Zigaretten gesteckt wurde um hieb- und stichfeste Ergebnisse zu erlangen. Dem ist zwar zuzustimmen, doch wenn die Forschungen erst jetzt forciert werden, wann werden die erwünschten Ergebnisse dann vorliegen? Bis Mai 2016 - Stichtag für die Umsetzung der Tabakregulierung - wird dies nicht der Fall sein wenn man in zeitlicher Hinsicht den "allgemeinen Dienstweg" solcher Studien zu Grunde legt.

Eine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung zur EU-Tabakprodukterichtlinie und den geplanten Inhalten ist bislang noch unbeantwortet geblieben. Ein Gesetzentwurf zur E-Zigarette liegt bislang nicht vor. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass in diesem Jahr wohl keine endgültigen Entscheidungen mehr getroffen werden (können). Noch ist zwar Zeit übrig bis zu Tag X im Mai. Doch mit jedem Tag mehr den es dauert werden die Gruselgeschichten um die E-Zigarette unnötig mehr und diese schaffen im Umkehrschluss eine denkbar schlecht Ausgangsposition für beratende Gespräche.

Die Haltung der Grünen zur E-Zigarette ist jedenfalls deutlich objektiver als dies von anderen Parteien festzustellen ist. Ob die Grünen nun zum Freund der Dampfer werden vermag hier nicht festgeschrieben zu werden. Sicher ist jedoch, dass es noch Leute in Berlin gibt die nicht so stark von Lobbyisten beeinflusst werden wie dies andern Orts der Fall zu sein scheint.

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