Wissen ist Macht - nichts wissen macht auch nichts! Diese alte und genau betrachtet "dumme" Volksweisheit kann man für sich selbst gerne mal anwenden, ist jemand Verantwortungs- und/oder Entscheidungsträger sollte davon in jedem Fall weit Abstand genommen werden. In unserer Politik scheint dies anders gelagert und verstanden zu sein.

Die Fraktion der Ignoranz

Unwissenheit gepaart mit Desinteresse ist uns schon sehr oft begegnet wenn es in letzter Zeit um die E-Zigarette ging. Diese Paarung wird im Rahmen einer schriftlichen Anfrage bezüglich der TPD 2 von einem Sprecher einer Bundestagsfraktion mit nachfolgenden Aussagen sehr deutlich unterstrichen:

  • ... die E-Zigarette ist keine Alternative zum bisherigen karzinogenen Nikotinrauchen
  • ... den Anbietern geht es dabei ausschließlich um die Fortführung des Geschäftsmodells - Rauchen bzw. Sucht
  • ... der Begriff "Dampfen" wurde im Rahmen eines Marketingtricks der Tabakindustrie erfunden um die Sucht zu umschreiben
  • ... E-Zigaretten bergen mehr Schadenspotential als Nutzen, da sie die bisherigen Erfolge der Tabakprävention gefährden

Weiter wird in der Stellungnahme von einer eindrücklichen Darstellung der Gefahren einer E-Zigarette seitens des DKFZ gesprochen es es folgen wieder die üblichen Floskeln über Chemikaliengemisch und der gleichen mehr welche in den Liquids der E-Zigaretten enthalten sind und das Dampfen "höchstgefährlich" machen. Es gäbe außerdem keine Beweise, dass E-Zigaretten überhaupt bei der Rauchentwöhnung hilfreich wären.

Am Ende des Textes sieht  sich der Kosument in einer vollkommen anderen Welt, wüsste er es durch zahlreiche Eigenrecherchen nicht besser.

Mal ganz abgesehen davon, dass Nikotin nicht auf der Liste der karzinogenen Substanzen verzeichnet ist und die beim Umstieg wegbrechenden tatsächlich karzinogenen Bestandteile in großer Zahl von Zigaretten nicht mehr eingeatmet werden sollte eigentlich als ernsthafter Denkanstoß ausreichend sein. Von einem Geschäftsmodell der Tabakindustrie kann nicht die Rede sein, diese springt erst jetzt schrittweise mit auf den Zug weil "die Felle davon schwimmen". Und von wirklichen Erfolgen bei der Tabakprävention kann nicht gesprochen werden.

Dass E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung und somit zum Weg weg von tausenden Schadstoffen geeignet sind wäre leicht zu beweisen. Wenn man natürlich diese Leute einfach nicht anhört, nicht anhören will oder gar bei entsprechenden Konferenzen einfach wieder auslädt erfährt man deren Erfolgsgeschichten nicht. Diese sind im Übrigen auch im Netz zuhauf nachzulesen - wenn man wollen würde. Wer keinen Dialog führen möchte weil er Angst vor der Wahrheit über die E-Zigarette hat ist ignorant - nicht mehr und nicht weniger.

Die Fraktion der Denkenden

Es gibt eine Fraktion - die Linken - , die sich tatsächlich mit dem Thema E-Zigarette ernsthaft auseinandersetzen. In einem Positionspapier haben die Linken als einzige Fraktion darauf hingewiesen welche Chancen in der E-Zigarette liegen um tabakbedingte Gesundheitsschäden und Sterbefälle zu reduzieren. Dort heißt es u.a. :

... statt die realen Gesundheitsgefahren insbesondere auch gegenüber dem Tabakrauchen abzuwägen, werden Untersuchungen herangezogen, deren Aussagefähigkeit nur gering ist ...

Eine klare und zielgerichtete Aussage die als gute Grundlage für Dialoge geeignet wäre. Dies wird bei den involvierten und lobbygesteuerten Abgeordneten wohl schlichtweg bzw. bewusst überlesen werden. Irgendwie ähnelt dieses Verhalten dem der weithin bekannten "drei Affen" - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

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