Unter dem Motto: COPD und Lungenemphysem, fanden auch diesmal wieder viele Aussteller aus Medizin und Pflegeberufe, Pharma und Industrie den Weg ins Westfälische Ruhrgebiet nach Hattingen. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung lautete:

Leben mit Atemwegserkrankungen von der Diagnostik bis zur erfolgreichen Therapie

Wie schon zuvor, fand dieses Symposium bei vielen Betroffenen Lungenpatienten aus nah und fern auch am vergangenen Samstag wieder sehr großen Anklang. Mit rund 2500 bis 3000 Besuchern war das Symposium Lunge wieder gut besucht und die Veranstalter - allen voran Initiator und Organisator Jens Lingemann - können auch mit dieser gelungenen Veranstaltung rundum zufrieden sein.

Neben zahlreichen Fachbeiträgen und Workshops, hatten die Besucher auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, sich über die neuesten medizinischen Fortschritte und Innovationen rund um die Themen Lunge, Medikamente, Therapien und Gerätemedizin zu informieren. Zudem hatten Träger von Beatmungsgeräten die Möglichkeit, kostenlos ihre Geräte mit Sauerstoff befüllen zu lassen. Außerdem konnte jeder Besucher seine Lungenfunktion am so genanntem LuFu-Mobil kostenlos testen lassen.

Einziger und gleichzeitig ein sehr unangenehmer Wermutstropfen dieser Veranstaltung, besonders für die Anhänger der #E-Zigarette, war ein Teil des Fachbeitrags vom Tagungspräsident Univ.-Prof. Dr. Teschler, ärztlicher Direktor an der Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum in Essen. Bei dem ansonsten sehr gut geführten Fachbeitrag über mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei COPD und dem Unterschied zwischen den beiden COPD-Arten Lungenemphysem und chronische Bronchitis, kam auch der Nikotinkonsum während der Schwangerschaft zur Sprache.

Die böse E-Zigarette

Teschlers Fokus war eindeutig auf das Nikotin gerichtet und nicht auf die vielen tausend gesundheitsschädlichen und zu Teilen krebserregende Stoffe im Tabakrauch. Auch die durch den Rauch bedingt schlechtere Sauerstoffventilation im Blut, das für das embryonale Leben sehr schädlich sein kann, kam in diesem Zusammenhang nicht zur Sprache; sondern hier explizit nur das Nikotin. Dass er in diesem Zusammenhang zugleich auch die Benutzung der E-Zigarette als Alternative für Schwangere, die nicht mit dem Rauchen aufhören können, ablehnte, war für den aufmerksamen Zuhörer schon recht befremdlich, zumal gerade diese ja deshalb auf die E-Zigarette umsteigen, um eben die ganzen Giftstoffe aus dem Körper zu lassen.

Noch befremdlicher war aber die Tatsache, dass er kurze Zeit später wiederum die E-Zigarette als ein nicht probates Mittel zum Rauchstopp für rauchstoppwillige Raucher ansah und in der Dampfe sogar eine Gefahr für Kinder zum Einstieg in den Zigarettenkonsum sah. Wir müssen uns dabei vor Augen führen, dass er sich vor einem Publikum befand, das sowohl in der Mehrzahl aus ehemaligen Tabakkonsumenten bestand und deren Alter jenseits der 50 lag und vom Konsum des Tabaks erkrankt sind.

Was, so fragt man sich, hat diesen Universitätsprofessor geritten, vor einem derartigen Publikum vor der E-Zigarette zu warnen und über den Umweg Schwangerschaft und “Denkt an unsere Kinder“ diesen ungeheuerlichen Ansatz gegen das Dampfen ins Feld zu führen? Wenn man dann noch nach diesem Vortrag draußen auf dem Gelände das Elend sieht, was der lebenslange Konsum des Tabaks anrichten kann und wie einige Sauerstoffpatienten im Rollstuhl und am Rolli weiterhin ihrer Zigarettensucht frönen, bleibt nach diesem Vortrag bei einigen über die E-Zigarette gut informierten Personen mehr als nur ein fader Beigeschmack zurück.

Zumal, wenn man es selber am eigenen Leib erlebt und es auch Hunderte mal in Dampferforen gelesen hat, wie leicht der Wechsel zur E-Zigarette für viele starke Raucher sein kann und wie gut es den Leuten nach dem Wechsel ergeht, fehlen einem hierzu die Worte. DS #Gesundheit