Die Lieblingsfeindin der Tabakindustrie

Jahrelang prägte Frau Dr. Martina Pötschke-Langer die Geschicke der Stabsstelle Krebsprävention und das Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle der WHO im Hause des #DKFZ. Sie stand an vorderster Front im Kampf gegen das Rauchen und sie war eine verlässliche Anwältin der Nichtraucher. Ihr Anliegen war stets der Schutz der Jugend gegen die Tabaksucht.

Bis 2011 ging ihr Kampf gegen das Rauchen, dann trat etwas Neues in den Fokus des öffentlichen Interesses und rief bei ihr sogleich ein neues Feindbild hervor: Die #E-Zigarette. Weil diese neue Form des Nikotingenusses dem Rauchen viel zu ähnlich war, konnte sie es nicht einfach so tolerieren.

Die E-Zigarette

Die E-Zigarette hielt seit Mitte 2011 einen Siegeszug quer durch alle Bevölkerungsschichten der Raucher und machte binnen weniger Monate mehr Raucher zu Nichtrauchern, wofür sie Jahre gebraucht hätte. Auch andere, mächtigere Akteure begriffen nun, dass hier etwas im Entstehen war, das nicht nur den Nikotingenuss revolutionierte, sondern eine große Gefahr für ihren Profit darstellte. Die Pharmaindustrie trat nun auf den Plan und bildete gemeinsam mit der obersten Verfechterin einer rauchfreien Welt eine unheilvolle Allianz mit dem Ziel, das Dampfen zu eliminieren oder zumindest die Ausbreitung zu begrenzen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt, also gegen Ende 2011, eskalierte der Konflikt zwischen der Gemeinschaft der “Dampfer“ und dem Lager des “Gesundheitsmonopols“. Die Auseinadersetzungen gewannen im Laufe der Zeit immer mehr an Schärfe und so wurden die Fronten unerbittlich. Pötschke-Langer hat konsequent den Dialog mit den Verbrauchern der Dampfer verweigert und ihr Denkmal als oberste Gesundheitsschützerin bekam hässlich tiefe Risse.

Nach ihrer Pensionierung Anfang Oktober 2016, wäre für "die Neue" der Weg frei gewesen, den Dampfern versöhnlich die Hand zu reichen und auf einen konstruktiven Neuanfang zu setzen. Doch weit gefehlt, denn "die Neue" beschreitet den gleichen, unsäglichen Weg des Starrsinns und gleitet geschmeidig wie ein Zäpfchen in das alte Gewand ihrer Vorgängerin.

Die Neue

Mons heißt sie, Frau #Dr. Ute Mons, Jahrgang 1981, Soziologin und Epidemiologin und hält den akademischen Grad des “Doctor scientiarum humana rum (Dr.sc.hum.)“, inne. Sie war schon im Dezember 2011 bei der 9. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle mit einem eigenen Thema in Erscheinung getreten. Ihr Thema damals: “Fördern Rauchverbote in der Gastronomie auch ein rauchfreies Zuhause?“

Sie ist also nicht wirklich eine Unbekannte und hat schon damals neben Pötschke-Langer bei der Stabsstelle tüchtig Fleißarbeit geleistet. Die 9. Konferenz war damals noch völlig frei von der E-Zigarette. Warum eigentlich, muss man im Nachhinein fragen, denn da war sie ja schon seit mindestens 4 Jahren in Deutschland auf dem Markt?!

Aus dem Süden nichts Neues

Jahrgang 81 also, jung, dynamisch, unverbraucht und mit neuen frischen Ideen. Sollte man meinen, doch weit gefehlt. In einem Onlineartikel der Süddeutschen Zeitung mit der Überschrift:

E-Zigaretten können beim Rauchstopp helfen“, stand geschrieben:

...Ute Mons vom DKFZ sieht mit Erscheinen des Cochrane-Reports keinen Grund, an dieser Einschätzung zu rütteln. "Wir können E-Zigaretten nicht zum Rauchstopp empfehlen, weil es keine langfristigen Studien zur Effektivität gibt", sagt Mons. Dafür müssten Zeiträume von mehr als zwei Jahren betrachtet werden. Zwar könne man mittlerweile davon ausgehen, "dass E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten weniger gefährlich sind", sagt Mons. [...]“ Quelle: SZ

Sie kolportiert wie schon zuvor ihre Vorgängerin, dass die E-Zigarette den Ausstieg aus der Tabaksucht erschwert und ignoriert somit hartnäckig alle positiven Studien, die das genaue Gegenteil aussagen, sogar den neusten Cochrane-Report.

Also alles beim Alten und aus dem Süden nichts Neues.