Vor einigen Jahren hat eine Studie die jahrzehntelang geltende These, dass #Kaffee entwässernd wirke, widerlegt. Die Ausscheidungsanregung durch Koffein würde die Flüssigkeitsmenge des Heißgetränkes selbst ausgleichen, hieß es unter anderem im renommierten Wissenschaftsmagazin „Journal of the American College of Nutrition“. Doch Dr. Michael Zellner, Chefarzt der Abteilung Urologie der Johannesbad Fachklinik Bad Füssing, erklärt, warum trotzdem auf #Wasser zum Kaffee nicht verzichtet werden sollte.

„Durch Koffein, aber auch Tein und Alkohol, wird in der Niere die Ausscheidung von Flüssigkeit angeregt. Durch die geringe Flüssigkeitszufuhr durch die entsprechenden Getränke wird diese aber nicht ausgeglichen.“, erklärt Zellner.

„Kaffee sollte genauso wie Tee und alkoholische Getränke mit Wasser begleitet werden“, sagt Zellner. Es ist unser wichtigste Lebensmittel, ein Giftstoffrücktransportmedium. Je mehr man trinkt, desto leichter ist es für die Niere, die Giftstoffe herauszufiltern. Wenn man nicht genug Wasser zuführt, muss das Organ über energieverbrauchende Prozesse arbeiten. Sie muss dann den Urin sehr stark konzentrieren. Je gelber der Urin ist, desto höher wird die Niere beansprucht. „Ziel sollte sein, einen fast wasserklaren Urin zu produzieren“, so Dr. Zellner.

Nicht jedes Wasser ist geeignet

„Am Besten ist es, auf natürliches Quellwasser zurückzugreifen, wenn man die Möglichkeit hat.“, klärt Zellner auf. Warum? „Durch die kleinteilige Anordnung der Moleküle kann dieses Wasser Giftstoffe besser aufnehmen, als etwa in Flaschen abgefülltes Mineralwasser, das durch die Verarbeitung diese Struktur verliert und so nicht mehr optimal in die Zellen eindringen kann.“ Leitungswasser ist zwar in Deutschland sauber, aber vielerorts chloriert. Das Chlor kann zu Blasenkrebs aber auch Arterienverkalkung und degenerativen Gelenkveränderungen führen. Deshalb ist Leitungswasser keine besonders gute Alternative. Von Geschmackswasser rät der Urologe ebenfalls ab: „Zusätze verändern die Lösungsfähigkeit des Wassers, das dann weniger Nähr- und Giftstoffe aufnehmen kann.“

Wie viel Wasser ist genug?

Wie viel Wasser man pro Tag trinken soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Rolle spielen etwa die körperlichen Anstrengung, der persönlichen Konstitution aber auch die Umgebungstemperatur. Die optimale Wasserzufuhr kann man sogar selbst kontrollieren, wie Dr. Zellner erklärt. „Man muss einfach die Menge, die man in 24 Stunden ausscheidet, mit einem Messbecher kontrollieren. „Wer etwa 1,5 Liter nachweisen kann, trinkt genug“, so der Arzt.

In einigen Ländern, etwa in Österreich und Italien, ist es Tradition, zum Kaffee kostenlos ein Glas Wasser serviert zu bekommen. #Gesundheit