Gerade wurde wieder an den Conterganskandal erinnert, dass aber ähnliche Skandale in der Folgezeit erfolgreich vernebelt wurden, das ist nur wenig bekannt. So wollen zusammen mit Nina Hagen Geschädigte am Brandenburger Tor demonstrieren - Anlass war die Dokumentation

»Der vertuschte Skandal - Ein Pharmakonzern und sein Hormonpräparat«,

die am Montagabend in der ARD ausgestrahlt wurde. Geschädigte des #Schering-Präparates Duogynon möchten auf die ungeklärte Rechtslage aufmerksam machen.

Das Präparat ist auch unter den Namen Primodos bekannt. 1978 wurde das Mittel - eine Kombination der weiblichen Sexualhormone Progesteron und Östradiol - in Cumorit umbenannt. Löste die Hormonkombination bei den Frauen binnen Wochenfrist keine Blutung aus, so galt eine Schwangerschaft für sicher. Die Hormone schädigten aber die ungeborenen Kinder. Dieser Zusammenhang ist bis heute strittig, obwohl Schering schon 1972 die Indikation Schwangerschaftstest für die Dragees strich, 1978 dann auch für die Injektionen. 1981 wurde Cumorit in Deutschland vom Markt genommen.

Das erinnert mich wieder an eine Sammelklage mehrerer tausend durch Amalgam vergifteter Menschen, die aber abgewiesen wurde, "weil bei solchen Vergiftungserscheinungen" das "Einbildungspotential" besonders hoch sei.

Die "psychische Komponente"

bei diversen Umwelterkrankungen wird mittlerweile verstärkt aus dem Hut geholt. Wenn sie heute durch Feinstaub erkrankt sind, dann ist das im Blut nur schwer nachzuweisen. Man denke an den Leidensweg der an Fibromyalgie erkrankten Menschen.

So müssen viele chronisch Kranke mit ihrem Schicksal alleine fertig werden, mit den Kosten ebenfalls.

"Wer krank wird - ist doch selbst schuld" - so die entsprechende Parole.

Die Menschen sitzen in einer regelrechten Experten- und Lobbyfalle. Beim #Duogynon hatten Betroffene über Jahre Zeugenaussagen und Beweise gesammelt - es gab dann den berühmten "unerklärlichen Todesfall" bei wichtigen Whistleblowern - wie wir sie aus anderen heiklen Bereichen kennen und die Justiz spielt auch mit, lehnte ein Verfahren wegen Verjährung ab.

Politik und Lobby haben mächtig Einfluss.

Eine Kumpanei zwischen Politik und Industrie hat ein Rechercheteam der ARD beim Dieselskandal aufgedeckt. Diese Kumpanei gibt es offensichtlich auch auf anderen Ebenen. Wenn aber die Gesundheit der Menschen auf dem Spiel steht, dann ist Kumpanei nicht mehr der zutreffende Begriff.

Für das auffällige Wegsehen der Politik gibt es keine Entschuldigung - aber offensichtlich ist man mit dem Aufspüren von "unangemessenen Internetkommentaren" voll ausgelastet. #Contergan