Vermissen Sie etwas? Genau, die Grippe. In diesem Jahr erleben Deutschland, Österreich und die Schweiz nämlich bislang eine milde Influenza-Saison. Dafür hängt halb Deutschland mit dem Kopf in der Toilettenschüssel oder hustet sich die Seele aus dem Leib. Eine eigene Umfrage bei 49 Allgemeinmedizinern im gesamten Bundesgebiet ergab eine ungewöhnliche Häufung eines gemeinen, hartnäckigen und trockenen Hustens. Der Erreger? Unbekannt. Wer jedoch länger als drei Tage stark hustet, sollte seinen Arzt konsultieren. Vor allem aber setzt den Menschen in den deutschsprachigen Ländern das #Norovirus in dieser Saison auf ganz besonders gemeine Art zu.

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Laut Robert-Koch-Institut (RKI) war "der für den Frühwinter übliche Anstieg der übermittelten Norovirus-Infektionen" in diesem Jahr "deutlich früher und stärker als in den Vorjahren". Schon im November gab es in den 16 deutschen Ländern fast 15.000 durch Labore bestätigte Norovirus-Erkrankungen. Die Dunkelziffer liegt nach Informationen von Ärzten des McLean Hospital um ein zigfaches höher, weil von kaum einem Patienten Proben an ein Labor geschickt werden. Normal wären rund 8.000 laborbestätigte Fälle zu dieser Jahreszeit, so das RKI. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass - wie schon in der Vergangenheit - ein neuer Erregertyp den rapiden Anstieg auslöst.

Hohe Ansteckungsgefahr?

Das Norovirus ist extrem ansteckend, wenige Viruspartikel genügen, um einen erwachsenen Mann zu infizieren.

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Allerdings, und das ist die gute Nachricht, überträgt es sich nicht durch die Atemluft. Nichtsdestotrotz sollte man ordentlich Abstand halten und ausgiebig lüften, wenn ein Patient sich erbrochen hat. Denn in der Luft können dann noch Mikrotröpfchen schweben, und wer diese über den Mund oder die Nase aufnimmt, der kann sich gleich einen größeren Vorrat an Brechtüten anlegen. Der beste Schutz ist jedoch die Händehygiene und diese hilft nicht nur gegen das aggressive Norovirus, sondern auch gegen die Grippe und andere Plagegeister.

Vorsicht vor der Fernbedienung!

Noroviren können allerdings auch indirekt über Gegenstände wie Türgriffe, Lichtschalter, Fernbedienungen usw. in den Mund gelangen und eine Ansteckung verursachen. Zu beachten ist, dass viele normale Desinfektionsmittel laut Experten den Noroviren nichts anhaben können. Man sollte sich nach Auskunft der befragten Ärzte in der Apotheke beraten lassen, welche Mittel die Noroviren wirksam unschädlich machen. Nichts ist in Sachen Norovirus falscher als der Gedanke "ein bißchen Dreck härtet ab" - in diesem Fall ist Superhygiene nicht übertrieben, sondern absolut notwendig.

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Denn eine Erkrankung mit dem Norovirus kann gesunde Menschen richtig umhauen und geschwächte sogar in Lebensgefahr bringen.

Händewaschen!

Der zweite Weg eine Noro-Infektion zu umgehen ist eine ordentliche Handhygiene. Insbesondere Erkrankte sollten sich nach dem Erbrechen oder dem Toilettengang - während und bis 14 Tage nach der Erkrankung - die Hände mit viel normaler Seife und lauwarmem Wasser für mindestens 30 Sekunden waschen. Die Fingernägel und Handzwischenräume dürfen dabei keinesfalls vergessen werden, mahnen Mediziner. Ebenso sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen, oder für die Zeit der Erkrankung am besten Einwegtücher (Küchenrolle) gebrauchen. Die #Ansteckungsgefahr lässt sich so deutlich senken.

Richtig husten?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät außerdem infektgeplagten und allgemein ansteckend erkrankten Patienten, zu Einwegtaschentüchern, häufigem Händewaschen, ordentlichem Lüften und zum #Husten in die Ellenbeuge - nicht in die Hand! "Nach dem Kontakt zu Erkrankten sollte man sich gründlich die Hände waschen. Insbesondere sollte vermieden werden, mit ungewaschenen Händen Augen, Nase oder Mund zu berühren, da dies die Eintrittspforten für Krankheitserreger sind", so die BZgA.

Weitere Infos gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de