Seelische Widerstandskraft nennen Psychologen "#Resilienz". Diese ist zwar, so die New Yorker Betriebspsychologin Nancy Walter, "ebenso wie das anatomische Immunsystem, im Grunde unveränderbar angeboren". Aber für Menschen, die seelisch grundsätzlich ein wenig labil sind, gibt es Methoden ihre verfügbare psychische Energie zu festigen, etwa so wie man auch seinen Bizeps fit machen kann. Wege dahin gibt es zahlreiche und sie sind alle kein Wundermittel gegen seelische Schwächen - aber doch nachweislich wirksam zur Steigerung der Resilienz, berichtet die Betriebspsychologin. Die weltweit bekannte American Psychological Association (APA) habe, so Walters, einige taugliche Anweisungen entwickelt und diese "A Road to Resilience" ("Ein Weg zur seelischen Widerstandskraft") genannt.

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Im Übungsplan des weltweit bedeutsamsten Psychologenverbandes werde verständlich dargelegt, wie bedeutend die Eigenaktivität des Individuums sei. "Seelische Belastbarkeit fällt eben nicht einfach so vom Himmel", so Nancy Walter. Zur Förderung der eigenen psychischen Energien empfiehlt die APA zehn Maßgaben, die Walter frei auf diese Weise wiedergibt:

  • Das Aufbauen und Pflegen von sozialen Kontakten.
  • Krisenhafte Situationen als besiegbare Probleme betrachten.
  • Akzeptieren, dass Änderungen ein normaler Schritt im Leben eines jeden Menschen sind.
  • Mut, auf selbst definierte Ziele aktiv hinzuarbeiten, seien sie auch noch so banal.
  • Vertrauen, selbst Entscheidungen zu treffen.
  • Auf Chancen des Wachstums mehr zu achten als auf die Probleme einer Situation.
  • Das Aufbauen und Pflegen eines positiven Selbstbildes.
  • Realistisch zu bleiben und nicht illusorischen Wünschen hinterherzurennen.
  • Zu versuchen, so optimistisch wie möglich zu bleiben.
  • Sich bewusst zu machen, dass für sich selbst zu sorgen eine gute Sache ist

Zusätzlich sollte man sich, so betont die Expertin, täglich fragen, "was man aus seiner eigenen Lebensgeschichte lernen kann".

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Dabei solle man sich auf jene Erinnerungen konzentrieren, die positiv und mit dem Gelingen verbunden seien. Etwa in dieser Weise: "Welches waren bisher die bedeutendsten schlimmen Erfahrungen und wie hätte man besser handeln können, um einen besseren Verlauf zu erreichen?" Dabei dürfe man aber nicht in Grübelei verfallen, so Walter. Wer aus dem Grübeln und einem seelischen Tief über längere Zeit nicht herauskomme, solle auf jeden Fall einen Arzt oder einen Psychotherapeuten aufsuchen. Zur Vorbeugung solle man zudem:

  • Aufschreiben, auf welche Menschen man sich in einer schwierigen Zeit verlassen konnte. Sind es zu wenige, sollte man sein soziales Netzwerk erweitern und neue Menschen in sein Leben einbinden.
  • Sich fragen, ob man weiß, wer der richtige Ansprechpartner in Notlagen ist.
  • Für sich klären, wann und wie man anderen seine seelische Not mitteilen kann.
  • Falls man gläubig ist, sich einer örtlichen Kirchengemeinde anschließen.

Dies alles seien, so Walter, Maßnahmen zur Selbstermächtigung, die seelische Ohnmachtsgefühle lindern würden.

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Das wiederum könne helfen, Ängste abzubauen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur Problemlösung zu entwickeln. Wem es ganz schlecht geht, der erreicht - wenigstens in Deutschland - zu jeder Tages- und Nachtzeit gratis die Telefonseelsorge unter 0800/1110111 oder 0800/1110222. #Seele #Psyche