Lange Wartezeiten bei Psychotherapeuten sind ein Problem in vielen Regionen des Landes. Die Union deutscher Verbraucher hat sich das Thema einmal genauer angesehen und festgestellt, dass es häufig nicht zu wenige Therapeuten gibt, sondern dass diese vor allem falsch ausgelastet sind. Wenn man das Gefühl hat, man brauche psychologische Hilfe, dann sollte man sich eine sehr ernste Frage stellen und diese am besten auch mit dem Hausarzt besprechen:

  • Brauche ich „nur" jemanden zum Reden und um auf neue Gedanken zu kommen?
  • Könnte es sein, dass ich an einer psychischen Störung leide?

Im ersten Fall geht man bspw. zur psychologischen Beratung, entweder als Selbstzahler oder bei einer kostenfreien Beratungsstelle.

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Im zweiten Fall geht es mit Überweisungsschein und Krankenkassenkarte zum „Psychologischen Psychotherapeuten" oder zum "Facharzt für Psychiatrie und #Psychotherapie". Die Entscheidung, welcher Weg der angemessene ist, sollte man mit seinem Hausarzt oder einem Arzt des Vertrauens besprechen. Es ist wichtig, diese Frage nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Psychische Störungen sind sehr ernste Krankheiten und diese nicht ordentlich behandeln zu lassen, ist riskant.

Therapieplätze zu blockieren ist unfair

Andererseits ist es auch mehr als ärgerlich - und sehr unsozial - wenn jemand einen Kassenpsychotherapieplatz blockiert, obwohl er "nur" Lebensprobleme hat. Daher lieber einmal mehr als einmal zu wenig den Hausarzt fragen. Dieser ist der erste und richtige Ansprechpartner. "Eine psychische oder seelische Störung ist eine krankhafte Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens bzw.

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der Erlebnisverarbeitung oder der sozialen Beziehungen", sagt Ursula Müller, Therapeutin aus Berlin. "Es gehört zum Wesen dieser Störungen, dass sie der willentlichen Steuerung durch den Patienten nicht mehr oder nur zum Teil zugänglich sind. Psychologische Störungen führen oft dazu, dass sich die Gedanken und Gefühle selbständig machen. Man sagt dann, die Selbststeuerungsfähigkeit" ist beeinträchtigt", erläutert die Expertin.

Wohin mit Problem(chen)?

Normale Lebensprobleme (Eheprobleme, Berufsstress, die bösen Nachbarn, usw.) belasten zwar die Seele, aber sind oft keine Krankheit. Wer nur daran leidet, sollte sich nach Absprache mit dem Hausarzt einem psychologischen Berater anvertrauen. Entweder einem staatlich oder konfessionell finanzerten (Beratungsstellen) oder in freier Praxis als Selbstzahler. Auch aus einem fachlichen Grund macht es großen Sinn, hier zu unterscheiden. Die Ursache ist einfach erklärt: Psychotherapeuten sind darauf trainiert, psychische Störungen, also Krankheiten, zu behandeln. Psychologische Berater habe dagegen gelernt, mit den Mitteln der Sozial- und Kommunikationspsychologie Probleme zu lösen. So einfach ist das. Im Zweifel also immer den Hausarzt fragen. #Verbraucherschutz #Psychologie