In Deutschland kommt auf jede Geburt eine Fehlgeburt. Ähnlich ist es in anderen europäischen Ländern.

Wer ein Kind gelassen musste, egal ob wenige Wochen oder Monate nach der Geburt, wird seinen Hoffnungen und seiner Zukunft beraubt. Der Glaube an das Gute und Schöne ist mit einem Male genommen. Das Loch, in das sie fallen ist so groß, sie glauben, nicht mehr hervor kommen zu können. Der Zweifel am eigenen Körper, der versagt hat, nagt unermüdlich an ihrer Seele.

Hier kann nicht unterschieden werden, wann und wie die Kinder verstarben. Der Schmerz für die Mütter, und hier nehme ich die Väter nicht aus, ist weitgehend gleich zu betrachten.

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Ob ein Kind bereits im Mutterleib verstorben ist, es nicht lebensfähig war und durch einen med. indizierten Abbruch oder einen anderen Grund tot geboren wurde, ist im Grunde das Gleiche.

Mit der Trauer zu leben erscheint als unermesslich schwer. Die Betroffenen sehen nicht einen winzigen Lichtblick am Horizont. Alles umgibt sich mit einem grauen Schleier. Die Umwelt gesteht nur in geringem Maße eine Zeit der Trauer zu. Schnell soll zur Normalität zurückgekehrt und unsere Umgebung nicht mit der Trauer belästigt werden. Kaum einer der Mitmenschen ist in der Lage, mit der Trauer umzugehen, sie anzuschauen und ein wenig mit den Sterneneltern diesen Weg zu gehen. Still und leise tragen sie ihr Schicksal, weil es nach wie vor ein zu den Themen unsere Gesellschaft gehört, über die man nur ungern spricht.

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Dabei wäre das so dringend erforderlich, mit dem Tabu zu brechen, damit wir dem Thema Trauer nach Fehl- und Totgeburten auch in unserer Gesellschaft einen Platz geben. Oft ist es eine Trauer, die die betroffenen Eltern ein Leben lang mit sich tragen.

In den letzten Jahren wurde schon sehr viel Arbeit von vereinzelten Organisationen und Vereinen geleistet. Dennoch steht unsere Gesellschaft erst am Anfang der Entwicklung.

Dies fängt schon bei der Diagnosestellung an. Die Gynäkologen werden in ihrem Studium auf eine solche Eventualität psychologisch nicht geschult. Sie sind nur selten in der Lage, der betroffenen Mutter einfühlend und verständlich die gegebene Situation darzulegen. Nicht alle Möglichkeiten werden aufgezeigt. Ein Beispiel hier ist, dass auch eine Schwangerschaft mit einem nicht lebensfähigen Kind nicht zwingend abgebrochen werden muss.

Die Begleitung nach dem Verlust des Babys ist ein enorm wichtiger Ansatz. Hier gilt es, behutsam auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten eingehen zu können.

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Nicht jedem Betroffenen hilft der gleiche Trauerweg.

So vielfällig unsere Persönlichkeiten sind, so unterschiedlich ist auch die Art und Weise durch die Trauer zukommen. Am Ende muss aber in allen Fällen die allmähliche „Gesundung“ stehen. Dies heißt einen gangbaren Weg zu finden, mit dem Geschehenen umzugehen und als Teil des Lebens zu integrieren und nicht auszublenden. Dies bedeutet, die Trauer zuzulassen.

Organisationen und Netzwerke wie Hope´s Angel haben es sich zur Aufgabe gemacht, Hebammen und Doulas im Umgang mit diesen Situationen zu schulen. Leider gehört dies noch immer nicht zu der Standartausbildung und findet auf freiwilliger Basis statt.

Die Zusatzausbildungen kosten viel persönlichen Einsatz, Zeit und oft eine erhebliche Summe an Ausbildungsgeld. Um diesen Zustand zu verbessern, muss erst einmal unsere Gesellschaft für dieses Thema sensibilisiert werden. Nicht nur der Tod als gegebene Tatsache muss in unsere Leben integriert werden, sondern auch der Verlust der tot und fehlgeborenen Kinder. #Gesundheit #Depression