Kinder aus ärmeren Familien haben im Vergleich zu Kindern aus reicheren Familien ein höheres Risiko Veränderungen in ihrem Gehirn zu erleiden, welche sie einem erhöhtem Risiko aussetzen, an einer Depression zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Forschern an der Washington University School of Medicine in St. Louis, MO durchgeführt wurde.

Kinderarmut und Depression - besteht ein Zusammenhang?

Die Leiterin der Studie Dr. Deanna M. Barch, die zugleich Leiterin des Instituts für Psychologie- und Gehirnforschung ist, veröffentlichte zusammen mit ihren Kollegen ihre Ergebnisse in der amerikanischen Zeitschrift für Psychiatrie.

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Die Studie baut auf Forschungen auf, die letztes Jahr durchgeführt wurden. Diese Forschungen ergaben, dass Kinder, die in Armut leben, weniger graue und weiße Anteile im Gehirn haben, als Kinder in reicheren Familien. Diese Anteile sind für die psychische #Gesundheit eines Menschen notwendig. Zudem fand man heraus, dass diese Veränderungen im Gehirn auf geringere akademische Errungenschaften hindeuten.

In dieser Studie wollten die Forscher herausfinden, ob Kinderarmut zu Veränderungen im Gehirn führen kann, die die Stimmung und das Risiko an einer #Depression zu erkranken beeinflussen. Sie gingen davon aus, dass Kinder, die in ärmeren Familien aufwachsen ein höheres Risiko aufweisen, eine psychische Erkrankung zu erleiden und insgesamt schlechtere kognitive und erzieherische Voraussetzungen haben.

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Aufwachsen in Kinderarmut führt zu Veränderungen im Gehirn

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, testeten Dr. Barch und seine Kollegen von der Washinton School of Medicine 105 Vorschulkinder im Alter von 3 bis 5 Jahren. Das Team errechnete mit einer Tabelle, die das Verhältnis von Einkommen und Bedürfnissen ermittelte, den Armutsstand der Kinder. Diese Tabelle zieht sowohl die Größe der Familie als auch das Jahreseinkommen in Betracht. In den USA liegt die allgemeine Armutsgrenze bei 24,250 Dollar pro Jahr in einer Familie mit vier Kindern.

Im Alter von 7-12 mussten die Kinder von ihrem Gehirn einen MRT anfertigen lassen, der es erlaubt in einem bildgebenden Verfahren die Gehirnverbindungen im Hippocampus und in der Amygdala zu analysieren. Der Hippocampus ist für Lernen, Gedächtnis und Stressregulation zuständig, in der Amygdala werden Stress und Emotionen erzeugt. Die Forscher fanden heraus, dass Vorschulkinder, die in Armut aufgewachsen waren, schwächere Vernetzungen im Gehirn aufwiesen, was wiederum auf ein erhöhtes Risiko hindeutet, an einer Depression zu erkranken.

Der Leiter der Studie, Dr. Barch äußert sich so dazu:

"Armut muss nicht bedeuten, dass ein Kind einen vorgezeichneten Weg hat, aber die Studie zeigt mal wieder, dass frühe Kindheitserfahrungen für die Entwicklung und das die Funktion des Gehirns ausschlaggebend sind. Wenn wir etwas dagegen tun wollen, dann müssen wir früh damit anfangen, damit wir die Kinder auf den richtigen Weg bringen können." #Kinderarmut