Glaubt man den Aussagen der Werbung, dann ist Fischfleisch so eine Art Wundernahrungsmittel: fettarm, gut fürs Herzkreislaufsystem, gut fürs Hirn. Eigentlich ein ideales Nahrungsmittel? Oder etwa doch nicht?

Was steckt wirklich dahinter?

Die vermutete gesundheitsfördernde Wirkung von Fischfleisch soll auf zwei Faktoren beruhen: die in #fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und sein geringer Fettgehalt. Aber bei genauerer Betrachtung hinken diese Argumente.

Der Fettgehalt ist nur bei einigen Fischarten gering, andere Arten wie z.B. Aal, Lachs, Makrele, Hering oder Thunfisch haben sogar einen besonders hohen Fettgehalt.

Ohne Zweifel enthält das im Fischfleich enthaltene Fett relativ hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren (ca. 0,7 bis 1,8% Gewichtsanteil). Omega-3-Fettsäuren haben eine geringe aber nachweisbar positive Wirkung auf das Herzkreislaufsystem. Zudem wirken sich Omega-3-Fettsäuren auch positiv auf das Nervensystem aus. Allerdings gibt es auch pflanzliche Omega-3-Quellen wie z.B. Raps- und Leinöl. Zudem gibt es auch neuere Speiseöle die mit Algenöl angereichert sind und daher besonders hohe Mengen an den Fettsäuren EPA und DHA enthalten.

Schadstoffe im Fisch Fische sind Teil einer besonders langen Nahrungskette.

Algen --> kleinere Krebstiere --> größere Krebstiere --> sehr kleine Fische --> kleine Fische --> größere Fische

Mit jedem Glied dieser Kette erhöht sich die Dosis an fettlöslichen Schadstoffen im Körper des Tieres um den Faktor 14. Meeresfische und Raubfische sowie Krusten- und Schalentiere sind besonders schadstoffreich. Zusätzlich nehmen sie auch Schadstoffe über die Kiemen auf. Fischfleisch enthält somit die bis zu 9 millionenfache Dosis an Giftstoffen des Umgebungswassers. Häufige in Fisch enthaltene Schadstoffe sind: Quecksilber, PCBs, DDT, Dioxine und Blei.

Ist Fisch gut oder eher schlecht fürs Gehirn?

Omega-3-Fettsäuren sind nachweisbar gut für die geistige Leistungsfähigkeit und haben auch eine positive Auswirkung auf die embryonale Hirnentwicklung. Daher ist es durchaus ratsam, auf eine gute Omega-3-Versorgung zu achten. Aber Fisch ist dafür eine eher ungünstige Quelle, denn die im Fischfleisch enthaltenen fettlöslichen Schadstoffe schaden nachweislich der Hirnleistung.

In einer Studie der Universität Granada in Spanien wurde die Quecksilberbelastung und geistige Leistungsfähigkeit von Vorschulkindern im Alter von 4 Jahren untersucht. Die Quecksilberkonzentration korrelierte mit einem hohen Fischkonsum, mit dem Wohnort, dem Alter der Mutter und passivem Rauchen. Die Quecksilberkonzentrationen in den Haaren war assoziiert mit einer geringeren kognitiven Leistungsfähigkeit, Gedächtnisleistung sowie sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Zudem fanden Wissenschaftler der Universität Barcelona einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fischverzehr und der Quecksilberkonzentration in den Haaren. Neugeborene von Müttern, die mehr als eine Fischmahlzeit je Woche verzehrten, wiesen dreimal höhere Quecksilberwerte auf als Neugeborene von Frauen, die selten Fisch aßen.

Was kann man überhaupt noch essen?

Gute Omega-3-Quellen sind auf jeden Pflanzenöle. Vor allem Leinöl, Rapsöl und Speiseöle die mit Algenöl angereichert sind. Zu Fischölkapseln kann leider nicht geraten werden, da sie hohe Schadstoffdosen enthalten können.

Es gibt zudem zahlreiche Rezepte für pflanzliche Gerichte, die Fischgerichten nachempfunden sind. Wie z.B. veganer Sahnehering, Tofu in Noriblätter gewickelt, Avocado-Sushi usw. Wobei es auch schon viel bringt, einfach nur seltener Fisch zu essen. #Ernährung #Gehirn