Eben noch schnell das Essen für Instagram fotografieren und online stellen. Für tausende Deutsche ist das mittlerweile normal. Einige von ihnen setzen immer häufiger den Hashtag ##sugarfree darunter. Nach Veganismus, Low Carb und glutenfrei ist nun der nächste Hype angekommen: #zuckerfrei.

Die Gründe für den Verzicht sind kurz zusammengefasst

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Essen und Trinken uns in Massen zur Verfügung stehen. Ebenso viele Süßigkeiten. Dies birgt große Gefahren, so ist Übergewicht in reichen Ländern mittlerweile das größte Gesundheitsrisiko – ein Problem vom Menschen selbst gemacht. Vom Verzicht versprechen sich Anhänger des Trends weniger Falten, eine bessere Haut und eine Gewichtsabnahme.

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Experten können den Zusammenhang von Zucker und Schönheit jedoch nicht bestätigen. Dass er in rauen Mengen ungesund für Zähne und Körper ist, ist dagegen nichts Neues.

Das Problem: Zucker versteckt sich in fast jedem Essen

Zunächst scheint es offensichtlich, dass jeder, der auf das „süße Gift“ verzichten möchte, eben weniger Kuchen essen sollte. Auch Cola, Schokolade und ähnliche Süßwaren scheinen verboten. Das ist soweit korrekt, doch der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. Ketchup, Wurst, Brot, Salzstangen und auch Fertiggerichte enthalten ebenfalls Zucker. Meist ist er zudem schlecht gekennzeichnet. In der Regel gilt, dass alles auf der Endung „-ose“ Zucker kennzeichnet, sprich Glucose (Traubenzucker) oder Maltose (Malzzucker) als Beispiele.

Naturzucker, wie Fructose (Fruchtzucker), bildet leider keine Ausnahme im gesundheitlichen Nutzen.

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Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine und Stoffe, welche für den Körper wichtig sind, aber auch Zucker. Dieser ist nicht gesünder als normaler Industriezucker. Süßstoffe und andere Ersatzmöglichkeiten sind meist teuer, stecken voller Chemie und können bis 2020 noch nicht offiziell ohne Nebenwirkungen genossen werden. Dann erst werden weitere Langzeittests ausgewertet.

Der richtige Umgang mit Zucker ist für einen gesunden Körper wichtig.

Sie sollten zunächst nicht auf „verschönernde“ Worte hereinfallen. Nur weil ein neuer Trend „clean“ genannt wird oder „feel good“-Trend, bedeutet das nicht, dass es sich hierbei nicht doch um eine Diät im weitesten Sinne handelt. Und Diäten haben in der Regel nicht so viel Erfolg. Ernährungsumstellungen dagegen, sind ein guter Weg für den verantwortungsbewussten Umgang mit seinem Essen. Schränken Sie Ihren Zuckerkonsum ein, in dem Sie öfter die Inhaltsstoffe Ihrer Lebensmittel prüfen, viel Wasser trinken, Fett & Zucker in Kombination vermeiden, öfter selbst zum Kochlöffel greifen und ihren Kindern bereits ein gesundes Maß vorleben.

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Greifen Sie bei dem Verlangen nach Süßem öfter zu einer Banane statt zur Schokolade. Allerdings sollten Sie sich auch diese ab und zu gönnen. Komplettverzicht wird Ihnen nicht helfen und Sie eher frustrieren. Dennoch ist ein bewussterer Umgang und die Einschränkung der Zuckeraufnahme sinnvoll für Jedermann. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl 2015 einen Wert von unter 5 % (0,5 g) für jedes Essen. Das sind ungefähr 6 Teelöffel am Tag. Klingt viel, ist es aber ganz und gar nicht.

Ernährungswissenschaftlerin vom Bundeszentrum für Ernährung, Gabriele Kaufmann sagt zu den immer häufiger auftretenden Essenstrends:

„Es gibt keine falschen Lebensmittel, nur einen falschen Umgang damit.“

Ob sich der Hype langfristig halten wird bleibt abzuwarten. #foodtrend