Jedes Jahr erkranken Menschen an Anorexie. Für viele ist es eine Krankheit, die so nicht nachvollziehbar ist. Warum sollte man freiwillig aufhören zu essen? Warum sollte man sich so extrem runterhungern, dass der Kreislauf zusammenbricht und der Körper alles andere als leistungsfähig ist?

Wer diese Krankheit verstehen will, muss sich mit einer sehr komplexen Welt auseinandersetzen oder die Krankheit selbst erlebt haben.

"Pro Ana" heißt der zweifelhafte Trend, dem sich viele Menschen hingeben. Überwiegend sind es Mädchen in der Altersspanne zwischen 11 und 20 Jahren, die man in "Pro Ana Foren" trifft. Der Jungs- bzw. Männeranteil hält sich in Grenzen, dennoch gibt es auch Jungs, die diesem Trend folgen.

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Doch was versteht man denn eigentlich genau unter Pro Ana?

"Pro Ana" bezeichnet die Lebenseinstellung, sich wissentlich abzumagern. So die Kurzfassung. Doch hinter Pro Ana steckt mehr, viel mehr. Es ist eine eigene Welt. Eine Welt, in die man sich flüchten kann, in der man geschützt ist und in der es Zusammenhalt und Freundschaft gibt. Viele Essgestörte flüchten in diese Welt, weil sie dort verstanden werden. Sie treffen dort auf Gleichgesinnte und können sich über ihre Probleme austauschen. Vielen fehlt zuhause dieses Gemeinschaftsgefühl, Liebe, Zuneigung oder Geborgenheit.

Für die Anhänger der Pro-Ana-Welt, ist es eine heile Welt voller Perfektion oder zumindest dem gemeinsamen Weg dahin. Taucht man tiefer in diese Welt ein, so merkt man, dass "Ana" oder auch "Anna" als eine Art "Göttin" oder "Engel auf der Schulter" bezeichnet wird.

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Es gibt Gebote, Regeln, Psalme und Briefe.

"Wenn du schwach wirst und essen willst, dann lies dir Anas Brief durch, danach willst du nicht mehr essen." - So eine Aussage auf einer Pro Ana Seite.

Nun stellt man sich die Frage, wie kommt man denn überhaupt in diese Welt? Wie finden junge Mädchen oder Jungs solche Internetseiten?

Ganz einfach, wer sich mit der Thematik der Essstörungen ein wenig auseinandersetzt und recherchiert, der wird relativ schnell auf "Pro Ana Websites" landen. Und genau da liegt das Problem. Diese Seiten schildern eine Welt, die perfekter nicht sein könnte. Sie versprechen Liebe, Zuneigung, Geborgenheit und Zusammenhalt - all das, was den Suchenden meistens fehlt. Der Weg in die Pro Ana Szene ist ein leichter, aber bereits nach kurzer Zeit wird man merken, so liebevoll wie angepriesen ist es nicht immer. Es gibt in jeder Gruppe eine Art Anführerin, welche die Einhaltung gewisser Regeln überwacht. Die Regeln legen die "Anas" selber fest, aber meistens sind es überall nahezu dieselben Regeln:

  • Jeden Morgen oder einmal pro Woche ein Waagenbild
  • Jeden Tag berichten, was man gegessen hat
  • Ein oder mehrere gemeinsame Fastentag(e)
  • Mindestabnahme pro Woche (z.B. 2 Kg)

Die Nichteinhaltung dieser Regeln wird häufig mit einem Rausschmiss aus der Gruppe bestraft.

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Oft tun die "Anas" alles, um dann in ihre Gruppen zurückzukommen, um wieder ein Teil der Ana-Welt zu sein.

Viele ehemalige Anas führen einen Blog über ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus der Zeit. Liest man sich diese Blogs durch, so merkt man schnell, dass Pro Ana eine Art "Gehirnwäsche" ausübt und immer wieder Leute in ihren Bann zieht. Man findet nicht nur so genannte "Thinspos" sondern auch fragwürdige Diäten, Rezepte für "Ana-Essen" und Tipps und Tricks um die Krankheit zu verheimlichen.

Auch heute wird das Thema Pro Ana oder Magersucht und Essstörungen generell noch nicht ausreichend aufgeklärt. Für viele ist eine #Essstörung nur ein Hirngespinst und eine Möglichkeit, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Doch trotz allem, ob Pro Ana oder "normaler" Anorexie-Patient: #Magersucht bleibt eine Krankheit und diese sollte man ernst nehmen, egal in welchem Erscheinungsbild sie auftaucht. Die Betroffenen brauchen Hilfe, Unterstützung und Zuwendung, denn der Kampf gegen eine Essstörung und für die Gesundheit ist eine lebenslange Aufgabe, bei der die Betroffenen viel Unterstützung brauchen. #ProAna