Es ist eine interessante Frage: Ist Honig #vegan? Da scheiden sich die Geister, gilt der philosophische oder ein grundsätzlicher Ansatz? Wie sieht das ethisch aus und müssen die #Bienen für unseren Honiggenuss leiden? Letzteres ist für die Menschheit ganz besonders wichtig. Seit Jahren gibt es ein scheinbar unaufhaltsames Bienensterben. Inzwischen soll die Anzahl der Bienen um rund 70 Prozent geschwunden sein.

Daher wäre es gut, wenn möglichst viele Menschen mit den entsprechenden Möglichkeiten Bienenvölker halten. Für „#Raw Future“-Youtube-Star Marlon Drescher ist die Sache klar: Es gibt per Definition keinen veganen Honig.

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Trotzdem hat er Bienen besucht, denen es so richtig gut geht und da hat der überzeugte Veganer sogar mal genascht.

Im Permakultur-Garten von Hobbyimker Frank Jüssen finden die Bienen natürlich alleine schon vom kulinarischen Angebot das Paradies vor. Gesunde bunte Vielfalt, statt Monokultur. „Ich verstehe mich nicht als Imker, sondern als Bienenhalter“, sagt Jüssen. „Mir ist die Bestäubungsleistung in erster Linie sehr wichtig und es geht um den Erhalt der Bienenvölker an sich.“

Monatelang nur Zuckerwasser

Für Marlon Drescher käme das Honigessen besonders wegen der berüchtigten schlechten Haltung der Tiere nicht in Frage. Jüssen kann das nur bestätigen. „In den konventiollen Bienenhaltung passieren schlimme Dinge.“ So ist für ihn auch das schlechte Futter der Bienen, neben den Pestiziden, ein Grund für das Bienensterben.

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„Für mich ist der Honig in erster Linie für die Bienen da.“ Im Honig seien Mineralien und Vitamine enthalten. Eine Biene in konventioneller Haltung sei mangelernährt und würde deshalb oft den Winter nicht überleben. „Wenn wir alternativ im Winter sechs Monate Zuckerwasser zu uns nehmen würden, hätten wir ein Problem.“

Trotzdem isst Jüssen seinen Honig. Allerdings macht er da klare Unterschiede. Zum einen wird grundsätzlich nur die Frühtracht geerntet, was die Tiere im Sommer und Spätsommer sammeln, gehört ihnen allein. Niemals wird soviel genommen, dass zugefüttert werden muss. Zum anderen nimmt Jüssen nur Honig von starken Völkern. Wenn ein Volk schwach aus dem Winter kommt, darf es auch seine Frühtracht behalten. Übrigens: Die berüchtigte Varroamilbe bekämpft Jüssen mit Bierdeckeln, die mit Ameisensäure getränkt sind.

Kommentar der Autorin:

Für mich hört sich das nach einer perfekten und partnerschaftlichen Symbiose an. Die Bienen bekommen ein Zuhause, Schutz und Versorgung. Dafür nimmt sich der Imker von den starken Völkern die Frühtracht. Ein faires Geben und Nehmen. Ich bin mir sicher, die Bienen würden, wenn sie denn könnten, bei Frank Jüssen den Mietvertrag sofort unterschreiben.