Jeder zehnte Berliner leidet unter Lärm. Die Politik will das ändern, denn jeder zehnte Berliner, ist nachts von einem Lärmpegel von 55 Dezibel betroffen.

Mittlerweile ist Schlaflosigkeit jedoch in Deutschland insgesamt eine Volkskrankeit geworden, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Ich habe in den 80er Jahren am Kottbusser Tor gelebt, direkt am "Kotti". Mehrmals am Tag musste man Staub wischen, so viel Dreck hat der ununterbrochene Kreisverkehr am Kotti in die Wohnungen geblasen. Das blieb besonders für die Kinder nicht ohne Folgen, der Kinderarzt hatte viel zu tun, wirkte oft überlastet.

Als mein Sohn dann fast einen Pseudo-Krupp-Anfall nicht überlebt hat, bin ich weg gezogen, auch weil es oft zu regelrechten Straßenschlachten kam.

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Nicht nur die Hausbesetzer machten Rabbatz, sondern auch linke und rechte Türken schlugen brutal aufeinander ein. Dann ging auch noch eine Bombe im Kulturzentrum des Neuen Kreuzberger Zentrums hoch, das war zuviel.

Die Mieten waren damals schon nicht gerade günstig: Für drei Zimmer kamen wir auf knapp tausend Mark Warmmiete. Feinstaub kostenlos dazu!

Man sollte heute die Luftverschmutzung mit in den Mietspiegel einarbeiten, beziehungsweise selbst einmal die Luftverschmutzung dort messen, wo man hinziehen möchte. Denn wenn ich sehr viel Miete dafür bezahle, dass ich unter Umständen Lebenszeit einbüße, dann müsste man ja bekloppt sein?

Denn das ist in den letzten Jahrzehnten gut erforscht, wie sehr die schlechte Atemluft unsere Gesundheit beeinträchtigt und sogar das Leben verkürzt.

Leider sind Studien sehr teuer und werden gerne entsprechend "gesponsert".

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Gerade sorgt das tonnenweise Ablassen von Kerosin für Aufregung, von Behörden und Lobby heruntergespielt. Man habe nur alte Studien und werde wohl vor 2018 keine neuen machen können. So ist auch der Hinweis auf den "Lärm" immer wieder mehr Ablenkung, denn echte Sorge.

Sorge müsste man sich wegen der Schadstoffe machen, die überall dort in großen Mengen verblasen werden, wo der Verkehrslärm groß ist - rund um die Uhr.

Man kann sich heute ganz gut über die Auswirkungen von Luftschadstoffen informieren. Wer ganz sicher gehen will, der kann auch einmal ein Partikelmessgerät ausleihen und am Wohnort selbst nachmessen. Ein gutes Partikelmessgerät ist durchaus erschwinglich.

Besonders an der KITA und der Schule sollte man immer wieder mal nachmessen, denn die Kinderlungen sind sehr empfindlich für Feinstaub.

Feinstaub ist hier nur ein verharmlosender Oberbegriff: FEIN und STAUB klingen nicht gerade gefährlich? Dabei kann der Feinstaub regelrechte Killerpartikel enthalten. Schweißer kennen das als Berufskrankheit: Nanopartikel als sogenannte Nanowhisker eigeatmet, lösen schwere Krankheiten aus.

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Leider werden solche Killerpartikel heute vom Flugverkehr weltweit verblasen und landen irgendwann in unserer Lunge, wo eben diese Nanowhisker in die Zellen eindringen und bis ins Gehirn gelangen, von wo man sie so leicht nicht mehr los wird. Ärzte warnen: Man bekommt sie überhaupt nicht mehr los, im Gegenteil, sie sammeln sich dort an und können mit anderen Faktoren Ursache für diverse Krankheiten sein, wie Demenz oder Schlaganfall.

So lustig ist das alles nicht, besonders für die 66000 Menschen, die in Deutschland jedes Jahr vorzeitig daran sterben. Wenn also der BER in #Berlin auf längere Sicht wohl nicht eröffnet wird und sich mancher Berliner darüber freut, weiß er eventuell gar nicht, dass die Umwelt und die eigene Gesundheit einen Preis dafür bezahlen müssen, den wir heute allerdings als "allgemeines Lebensrisiko" gerne hinnehmen, sind wir Deutsche doch begeisterte Autofahrer und Vielflieger.

Auf den großen Umweltkonferenzen spielen Flugverkehr und Schifffahrt vorsichtshalber kaum eine Rolle. In Kyoto wurde der Flugverkehr bereits völlig ausgeklammert und auch zur COP23 spielte er keine große Rolle. Das kann aber einmal fatale Folgen haben, wenn wir uns beim Umwelt- und Gesundheitsschutz immer wieder in die Tasche lügen, beziehnungsweise von der Lobby hinter die Fichte führen lassen.

Wie groß der Einfluss der Lobby ist, zeigen diverse Medien, wie große Online-News-Plattformen, wo die Werbekunden Begriffe sperren, die in Artikeln nicht vorkommen dürfen. Nanowhisker wäre etwa so ein Begriff.

Jedenfalls ist der Käse mittlerweile auch gegessen, denn die renommierte UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) gab bekannt: Wir haben noch zwölf Jahre!

#Umweltschutz #Klimawandel