Was ist Depression?

Das Wort Depression hat bestimmt jeder schon einmal gehört, doch was es tatsächlich bedeutet wissen nur Wenige. #Depression ist eine anerkannte Krankheit, da sie oft biologische Hintergründe hat. Sie kann jeden treffen, dabei ist es völlig egal, wo man her kommt, wie alt man ist oder welche Lebensumstände man hat. Es kann einen Millionär, der sich um nichts Sorgen machen muss, genauso leicht treffen, wie einen Menschen aus der Mittelschicht. Depression tritt fast ausschließlich in den Erste-Welt-Ländern auf, sie bedingt also keine schlechten Lebensumstände. Anders als bei anderen Krankheiten gibt es keine eindeutigen Symptome, diese können außerdem auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.

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Ein weiterer Punkt, der es schwer macht Depression zu erkennen, ist, dass die Betroffenen meist schweigen, Gründe hierfür können Scham, sowie auch die Tatsachen selbst nicht wahrhaben wollen, sein. Auch schwierig ist, dass Depression mit einem sehr negativem Stigma behaftet ist. Das liegt daran, dass Depression schwer zu verstehen ist.

Wie fühlt sich ein Mensch mit Depression?

Depression ist schwer zu verstehen, weil sie nicht greifbar und unsichtbar ist. Diese Krankheit spielt sich ausschließlich im Kopf ab und ist deshalb für nicht Betroffene kaum nachvollziehbar. Es ist nicht einfach zu erklären wie man sich fühlt. Jeder fühlt es etwas anders als der Andere.

Natürlich gibt es Symptome, aber selbst diese sind total unterschiedlich. Schlaf ist ein gutes Beispiel dafür: Manchmal schläft man gar nicht, die Gedanken, fast ausschließlich negative Gedanken, halten einen wach.

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Dieser Schlafmangel hat Dauermüdigkeit zur Folge. Allerdings kann auch zu viel Schlaf ein Symptom für Depression sein. es kann also auch vorkommen, dass eine betroffene Person ungewöhnlich viel schläft und dennoch über Müdigkeit klagt.

Einer weiteres Symptom beziehungsweise Gefühl, das sich gerne einschleicht, ist Trägheit. Menschen mit Depressionen fallen oft die alttäglichsten Sachen furchtbar schwer. Angefangen beim Aufstehen, über das Anziehen, Essen und schließlich vielleicht noch Aufräumen. All diese Dinge, die für "gesunde" Menschen selbstverständlich, normal und nicht mit großer Anstrengung verbunden sind, können für einen depressiven Menschen als absolut nicht zu schaffen wirken. Und auch das macht die ganze Sache noch ein bisschen schwerer.

Menschen mit Depressionen schämen sich oft, vielleicht, weil die Krankheit mit einem so negativem Stigma behaftet ist und vielleicht auch, weil die Krankheit das so will.

Dann sind natürlich tiefe Traurigkeit, absolute Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst häufig auftretende Gefühle.

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Aber auch absolute Leere zu empfinden, ist keine ungewöhnliche Sache. Oft sind diese Menschen in einem Loch gefangen. Manchmal fühlt es sich so an als würde man immer tiefer fallen, so als ob alles immer schlimmer werden würde und immer mehr Probleme dazu kommen würden. Und manchmal ist es ganz still, dann passiert nichts mehr, was aber auch nicht unbedingt gut ist, weil durch den Stillstand ja absolut nichts besser werden kann.

Man sieht wie schwer es ist die Empfindungen eines depressiven Menschen zu erklären, selbst wenn man, wie ich, selbst betroffen ist. Deshalb ist es aber umso wichtiger diese Krankheit ernst zu nehmen. Nicht zuletzt auch, weil sie tödlich ist.

Todesursache: Depression

Laut eines Berichtes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 2014, ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache der 15 - 29 Jährigen weltweit. Außerdem sei Suizid mit über einen Prozent in Großbritannien, den USA und auch in Deutschland die häufigste Todesursache. Die WHO berichtete außerdem, dass in Deutschland mehr Menschen durch Selbstmord sterben, als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen. Die meisten Menschen, die sich umbringen, sind depressiv oder psychisch krank, was bedeutet, dass Depression eine der tödlichsten Krankheiten der Welt ist. Wegen Depression nehmen sich mehr Menschen das Leben, als wegen jeder anderen Krankheit. Und trotzdem wird sie oft immer noch nicht ernst genug genommen.

Wie gehe ich mit einem Betroffenen am besten um?

Natürlich kommt es dabei auf jede Person an. Für den Umgang gibt es kein Rezept, weil jeder anders darauf reagiert und vor allem die Gefühle anders wahrnimmt. Trotzdem kann man beim Umgang mit Betroffenen grob unterscheiden: Weiß derjenige, dass er diese Krankheit hat, wurde sie also schon professionell diagnostiziert oder ist es eine Vermutung von Außenstehenden auf Grund von seltsamen Verhaltensmustern?

Bei Erstem ist der Umgang leichter. Wenn einem Menschen diese Krankheit diagnostiziert wurde, bedeutet das auch, dass man einfacher an ihn ran kommt. Meistens Arbeiten diese Menschen dann schon daran und kennen sich etwas besser damit aus. Auch Betroffene müssen diese Krankheit erstmal kennenlernen, was sie will, was sie mit einem macht und vor allem was man selbst dagegen tun kann beziehungsweise, wie ich damit umgehe. Das braucht seine Zeit und ist für den Einen leichter und für den Anderen schwerer. Als Außenstehender kann man leider nicht allzu viel tun. Für mich ist Akzeptanz, Geduld und das Wissen, dass ich das nicht alleine durchmachen muss, sehr hilfreich. Das gibt mir Sicherheit und Mut. Natürlich braucht jeder etwas anderes in einer sogenannten Downphase, mit der Zeit lernt man aber auch zu sagen was man braucht. Wenn die Außenstehenden also mit etwas Geduld immer wieder die Frage stellen: "Was brauchst du gerade?" werden sie bestimmt irgendwann eine hilfreiche Antwort bekommen.

Schwierig ist es wenn der Betroffene sich selbst noch nicht eingesteht, dass etwas nicht passt und das er ein Problem hat. Wenn sich das Verhalten einer dir nahe stehenden Person stark verändert und du dir nicht erklären kannst woran das liegt, dann solltest du aufmerksam, aber auf keinen Fall aufdringlich sein. Immer wieder zeigen, dass man die Person schätzt und lieb hat und das man für sie da ist, ist sehr wichtig. Bevormundende Aussagen sind eher kontraproduktiv. Auch hier braucht man wieder viel Geduld und Verständnis. Wenn die Situation allerdings gefährlich wird, sei es selbstverletzendes Verhalten oder die Aussprache von Suizidgedanken, sollte dringendst professionelle Hilfe hinzugezogen werden.

Schäme dich nicht!

Depression ist nichts wofür du dich schämen musst. Hilfe annehmen ist keine Schwäche und Aufenthalte in der Psychiatrie nichts schlimmes! Diese Krankheit darf nicht mehr totgeschwiegen werden, schon alleine weil immer mehr Menschen davon betroffen sind. Um dem negativem Stigma entgegenzuwirken, muss mehr geredet werden. Aufklärung ist wichtig.

Denn Depression ist so viel mehr als nur "ein bisschen traurig sein". #Gesundheit