Bereits der Spiegel verlautete im Jahr 2004 die gute Nachricht für alle Kulturschaffenden: „Güter, die Erfahrungen möglich machen, sind kostbarer als Güter, die vor allem gekauft werden, um sie zu besitzen.“

Kulturelle Erlebnisse vermitteln wertvolle Erfahrungen, die ein Leben lang anhalten. Auf Konsumgüter trifft dies meist nur in Ausnahmefällen zu. Kulturanbieter haben deshalb die Aufgabe, diese Erlebnisse immer wieder auf ansprechende Weise zu kommunizieren.

Stetig schrumpfende Kulturbudgets

Die Kultur gilt als Wachstumsbranche, doch bei einer Kürzung der öffentlichen Kassen sind es gerade die großen und traditionsreichen Kultureinrichtungen, die dieser Entscheidung zum Opfer fallen.

Jedoch fallen etliche Kulturinstitutionen den Kürzungen des Kulturbudgets des Staates zum Opfer. Auch sind die finanziellen Mittel für Freizeitaktivitäten der Bürger knapp: die wirtschaftliche Situation schlägt sich auch auf den Kulturbereich nieder. Viele Bürger müssen am Freizeitbudget sparen, sodass sie viele kulturelle Leistungen gar nicht mehr in Anspruch nehmen können, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Hinzu kommt die steigende Zahl der Konkurrenzangebote auf dem Freizeit- und Kulturmarkt.

Im Zuge dessen hat Marketing in der Vergangenheit immer mehr an Bedeutung gewonnen – es beeinflusst das wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Umfeld. Unternehmen wollen und müssen wettbewerbsfähig bleiben, um sich am Markt behaupten zu können. Dies gilt nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für kulturelle Institutionen und Gruppen.

Wie bereits der Universitätswissenschaftler Kotler im Einführungsteil seines Lehrbuches betonte, produzieren sämtliche kulturelle Institutionen Kulturgüter. Sie haben erkannt, dass sie alle um die staatlichen Ressourcen wetteifern müssen. Einerseits, um Absatz der Kulturgüter zu schaffen. Andererseits, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu wecken und halten zu können. Sie sehen sich also mit einem Marketingproblem konfrontiert.

Kultur muss zum Event werden

Um jedoch der Konkurrenz und dem stetig wachsenden Wettbewerb in der Kulturbranche gewachsen zu sein, genügt heute nicht mehr nur, dass etwas passiert. Emotionen gehören zu Kultur, Kultur gehört zu Emotionen. Folglich müssen Veranstaltungen ein Event sein. Kultur und das dazugehörige Marketing müssen sich diesem Zustand stellen und Lösungen dafür finden. Ebenso ist es nötig, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Zielgruppen erschließen zu können. Viele kulturelle Institutionen stehen also im direkten Wettbewerb zur Eventkultur.

Diese Maßnahmen gelingen jedoch nicht ohne die nötigen Ressourcen. Denn auch wie in der Wirtschaft ist ein Kulturprojekt erst dann als erfolgreich zu bezeichnen, wenn neben den inhaltlich-ideellen Zielen auch die ökonomischen Zielgrößen erreicht wurden. Doch den Kulturbetrieben ist eine aktive Marktbearbeitung nur möglich, wenn ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind. Auch um die Qualität der Kulturbetriebe weiterhin gewährleisten zu können, müssten die absoluten Ausgaben ebenso erhöht werden. Demzufolge müssen die kulturellen Einrichtungen sich zukünftig vermehrt um Sponsoren oder private Zuwendungen bemühen, um die Qualität zu halten oder bestenfalls zu steigern. Jedoch sollte sich der Sponsor in diesen Fällen nicht zu sehr in das kulturelle Geschehen einmischen oder nach außen auftreten. Der Fokus sollte weiterhin auf dem künstlerischen Gut liegen und nicht kommerziell erscheinen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Kulturschaffende auch zukünftig die Trends der Zeit berücksichtigen müssen, um dem Konkurrenzdruck gewappnet zu sein. #Kunst