In Baden-Württemberg wohnen viele reiche Menschen und auch zahlreiche Kunstsammler. Schon deshalb lag es nah, dort auch eine Kunstmesse zu starten. Seit 2004 gibt es nun die "art Karlsruhe". Vom 5. bis 8. März 2015 findet in der Messe Karlsruhe die 12. Dieser Art statt.

Was 2004 als Experimentierfeld begann, hat sich, obwohl manche Kunstkenner der art Karlsruhe keine große Zukunft voraussagten, als Kunsthandelsort etabliert, trotz der Nähe zu Basel mit seiner großen und traditionsreichen Kunstmesse.

Die art Karlsruhe hat es geschafft - sie ist zu einem festen Bestandteil der Kunstpräsentation und Vermarktung in Deutschland geworden. In Berlin kommt dagegen seit Jahren keine international oder auch nur national bedeutende Kunstmesse mehr zustande.

Zu den Besonderheiten dieser Messe gehören ihre Schwerpunktsetzungen. Einer gehört auch in diesem Jahr der Fotografie. In diesem Jahr steht Ungarns Fotoszene im Mittelpunkt.. Zu sehen sind u.a. Werke von Gabor Gerhes, einem wichtigen Vertreter der konzeptionellen Fotografie in Ungarn. Die Galerie Varfok zeigt Akos Czigany, Peter Korniss und Matyas Misetics. Unter dem Titel "PHOTO ART BUDAPEST auf der art Karlsruhe" gewähren das Ungarische Nationalmuseum, das Robert Capa Center, die Galerie Varfok und die INDA Gallery aus Budapest, Einblick in die große ungarische Fototradition. Dafür stehen in Halle 1 über 200 Quadratmeter zur Verfügung.

An insgesamt 19 Plätzen sind in diesem Jahr Skulpturen zu sehen die ein weiteres Markenzeichen dieser jungen Messe bilden. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Emial Cimiotti und Klaus Hack (Galerie Cyprian Brenner, Schwäbisch Hall). DIE GALERIE, Frankfurt zeigt Holz-Werke von Beate Debus.

Die Pressesprecherin betont aber auch die Bedeutung der "klassischen Moderne" für die Art Karlsruhe.

Zu den teilnehmenden Galerien gehören die Walter Bischoff Galerie, Zell, Christian Marx, Düsseldorf, Marianne Hennemann, Königswinter, Kunsthalle Schloss Seefeld, Barbara von Stechow, Frankfurt, um einige der insgesamt 210 Galerien aus elf Ländern zu nennen. Darunter sind 32 neue Teilnehmer, wie die beiden Berliner Galerien Ann Jill Lüpertz und Dittrich & Schlechtriem, ARTon, Freiburg, in focus galerie aus Köln sowie die Gallery Tableu, Seoul, und Studio Akka aus Gumi/Korea.

Interessant ist bei Messen neben den teilnehmenden Galerien auch die Liste derer, die nicht dort ausstellen. Dazu gehört zum Beispiel die Galerie Johann König. Deren erste Ausstellung im neuen Jahr 2015 war so etwas wie ein Neujahrsempfang junger KünstlerInnen und Kunstbegeisterer. Für den Berliner Kunstkontakter Konstantin Schneider, der so intensiv wie kein anderer die Kunstszene der Hauptstadt beobachtet, trifft sich bei Johann König die "next generation." Johann König fährt nicht nach Karlsruhe, ist stattdessen auf der art Cologne und der Art Basel, fliegt zur Frieze New York oder auch zur Art Los Angeles. Auch Deschner kommt nicht nach Karlsruhe.

Die Veranstalter rechnen mit rund 50.000 Besuchern. Sie werden keine astronomischen Preise für die gezeigten Werke zahlen müssen, es dominieren Preise im vier bis sechsstelligem Bereich und im Editionsbereich wird man schon für ein paar hundert Euro gute Kunst kaufen können.