Who the fuck is Barbie?

Jedem ist Mattels "Barbie" ein Begriff. Kaum jemand könnte behaupten, die pinke Welt Barbies sei an ihm komplett vorbei gegangen, denn Barbie eroberte die Welt im Sturm und schreibt Kinderkultur neu. Als Mattel 1964 die Bild-Lilli - gezeichnet nach Comic-Vorbild - von der Firma Hausser aufkauft, schlägt Barbies Geburtsstunde. Wenig Zeit vergeht und Barbies Schwester Skipper erblickt das Licht der Welt - zu Barbies 3. Geburtstag kreiert Mattel Barbies männliches Gegenstück "Ken". Schnell erweitert sich der Freundeskreis des Anziehpüppchens multikulturell. Barbie verkörpert Weltoffenheit, lehnt sich an den "American Dream" an und ist in allen Bereichen das Vorzeigepüppchen.

Was stellt Barbie kulturell dar?

Doch welche Rolle nimmt Mattels Kreation in den Zimmern unserer Kinder ein? Stellt sie - perfekt wie sie daherkommt - eine Vorbildfunktion dar? Ist sie doch eher das Horrorpüppchen und sollte schleunigst aus allen Kinderzimmern verbannt werden?

Sicherlich ist es jedem bekannt - Barbies Proportionen sind zwar an den menschlichen Körper angelehnt, doch würde man diese Proportionen in die Realität und auf den Menschen übertragen, so wäre dieser nicht lebensfähig. Dennoch gibt es Nacheiferer wie Valeria Lukyanova, die "Real Life Barbie". Schließlich verkörpert Barbie doch auch die allgemein anerkannten Schönheitsideale - oder etwa nicht? Üppige Oberweite, Wespentaille und schmale Hüften. Nicht zu vergessen, ihre winzigen Füße, die immer in High-Heels stecken. Dies sollte aber nicht Barbies Sorge sein, denn sie läuft ja schließlich nie. Sie besitzt ein Flugzeug, Pferde, ein Boot, etc.

Aber was bewirkt das in den Köpfchen kleiner Mädchen? Sowohl Barbie als auch die Massenmedien predigen dasselbe - Du musst dünn und sexy sein, um gesellschaftliche Anerkennung zu finden! Formate - wie Germany's Next Topmodel - sortieren Bewerberinnen aus, wie die Tauben bei Aschenputtel die Linsen. Frei nach dem Motto: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen!

So werden kleine Mädchen schon in der Kinderstube geprägt, die eingetrichterten Schönheitsideale hinzunehmen und diesen nachzueifern. Thigh Gaps - eine Lücke zwischen den Oberschenkeln - gelten als Schönheitsideal und um dieses zu erreichen, hungern sich bereits Grundschüler bis auf die Knochen herunter. Denn schließlich berühren sich Barbies Oberschenkel auch nie. Und auch der restliche Körper Barbies ist filigran und wird von vielen kleinen und großen Mädchen als schön und erstrebenswert angesehen.

Außerdem verkörpert Barbie von allem immer nur das Beste. Barbie wird niemals Tellerwäscher in einer dreckigen Spelunke sein - nein, denn Barbie ist direkt renommierter Starkoch! Ruft dieser glamouröse Lebensstil nicht auch Versagensängste hervor? Natürlich nicht, denn Barbie kommuniziert den Trick dahinter - alles zu erreichen- doch mehr als deutlich: Bist du schön und sexy, wirst du reich und beliebt!

Was nun - Horrorpüppchen oder Kinderidol?

Barbie nimmt eine sehr zwiespältige Rolle in unserer Kultur ein. Irgendwie erfüllt sie die Vorbildfunktion und vermittelt Weltoffenheit und Optimismus - nicht Jeder übernimmt die kommunizierten Ideale. Häufig führt aber auch gerade diese Vorbildfunktion dazu, dass Barbie als Horrorpüppchen des Kinderzimmers daherkommt. Sie ermuntert bereits die Kleinsten, Schönheitsidealen nachzueifern und stellt dabei einen Trend dar, der in unserer Gesellschaft keinen Platz finden sollte. #Schönheit