Die Gründung von Elberfeld fand im 10. Jahrhundert statt. Es ist eine Quelle aus dem Jahr 955 bekannt, die die Burg erstmals erwähnt. Sonnborn taucht in der Forschung schon etwas früher auf, und zwar im Jahr 874, während die erste Nennung Barmens auf das Jahr 1070 datiert. Dabei ist die Etymologie von Elberfeld nicht hundertprozentig gesichert, eine These geht auf das altsächsisch-niederdeutsche "elve" für "Fluss" zurück.

Die heute noch existente Laurentiuskirche legt von dieser Gründungszeit Elberfelds ein beredtes Zeugnis ab, auch wenn nur noch der Standort mit dem ersten Bau identisch ist: die erste Kirche fiel bereits um das Jahr 1050 herum einem Brand zum Opfer. 1230 brannte die Kirche erneut, diesmal wurde sie komplett zerstört, weswegen ein kompletter Neubau in Angriff genommen wurde. Es gibt keine urkundliche Erwähnung der Kirche aus dieser Zeit, fest steht allerdings, dass die Apsis aus jener Zeit heute noch erhalten ist.

Ab 1355 dann entstand die Burg Elberfeld. Dieser Bau trug ganz erheblich zur städtischen Entwicklung Elberfelds bei. Aus einem im sumpfigen Tal der Wupper gelegenen Dorf wurde eine über die Jahre florierende Siedlung, die 1444 zu einer "Minderstadt" gekürt wurde. Das heißt, das Elberfeld damit schon ein eingeschränktes Stadtrecht besaß und die Bewohner sich Bürger nennen durften. Sie waren damit mündig und unabhängig vom damaligen Regenten, dem Fürsten Herzog von Berg.

In Barmen war die Situation eine andere. Hier herrschte nach wie vor die Landwirtschaft vor und die Bevölkerung befand sich in Lehensabhängigkeit vom Fürsten.

Ein erster, folgenreicher Aufschwung für die frühe Industriegeschichte Wuppertals ergab sich Mitte des 15. Jahrhunderts. Bis dato hatten es die ansässigen Bauern wegen des sumpfigen Bodens sehr schwer, Landwirtschaft zu betreiben, außerdem gab es - von Kalk abgesehen - faktisch keine Bodenschätze in der Region. Doch dann waren es so um 1450 herum die an der Wupper ansässigen Bauern, die die Kunst des Garnbleichens für sich entdeckten. Hierbei kam ihnen auch die hohe Wasserqualität zugute sowie die weitflächigen Wiesen, die eben nicht zum Getreideanbau verwendet werden konnten.

Hierzu sollte man wissen, dass Garn von Natur aus einen eher unansehnlichen Grauton aufweist und dem Bleichen des Stoffes daher eine besondere Bedeutung für die Zeitgenossen besaß. Der Rohstoff dafür, das Flachs, wurde nur in geringem Maße im Wuppertal selbst angebaut, das meiste zum Beispiel aus Ostwestfalen importiert. Folgerichtig expandierte mit dem Garnhandel auch das Fuhrwesen.

Diese Sonderstellung der Barmer und Elberfelder Garnproduktion zeigt sich ganz besonders in einem Erlass von Herzog Johann III. aus dem Jahre 1527. Hierin erstattet er den Wuppertaler Bauern als einzigen von seinen Untertanen, Garn zu bleichen. (Zu seinem Reich gehörten ferner noch die Gefilde Jülich, Cleve, Berg, Mark und Ravensberg.) Dieses Monopol erlaubte es den Barmer und Elberfelder Bauern, eigenständig den Markt zu regulieren, ihre Zunft zu etablieren und die hohe Qualität ihrer Ware zu gewährleisten. Wer neu in die Zunft eintreten wollte, hatte eine Gebühr zu entrichten und eine Aufnahmeprüfung zu bestehen und so sein Können unter Beweis zu stellen. Zu diesem Zweck wurde auch der Beruf des Garnmeisters ins Leben gerufen.

Den vergleichsweise hohen Wohlstand der Bauern beweist eine Spendenliste aus dem Jahre 1580. Sie wurde zur Errichtung der ersten Barmer Schule auf dem Gemarke aufgesetzt; die Baumaßnahme wurde von der gemeinnützigen Bürgerinitative in Barmen ins Leben gerufen und einzig und allein durch private Spender finanziert.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts brach der Dreißigjährige Krieg auch über das Wuppertal herein, mit verheerenden Auswirkungen. Das öffentliche Leben war zum Erliegen gekommen und fast alle Höfe standen nur noch als Ruinen herum. Um so größer war die Erleichterung, als es im Jahre 1648 zum Frieden von Münster und Osnabrück kam und der Krieg damit ein Ende fand.

Ab dem Jahre 1666 regierte das Herzogtum Berg, und damit auch im heutigen Wuppertal, das Geschlecht der Wittelsbacher. Es sollte sich für die frühindustrielle Entwicklung Wuppertals als sehr positiv auswirken, dass unter der Regentschaft dieses bayrischen Geschlechtes große gewerbliche Freiheit herrschte. Der wirtschaftliche Markt wurde im Großen und Ganzen sich selbst überlassen.

Einerseits gab es die Bauern sowie die Handwerker, die Güter herstellten. Peu à peu kristallisierte sich dann ein neues Berufsbild, das des Zwischenhändlers, heraus. Dieser erstand die Waren vom Handwerker, verarbeitete sie nach Bedarf weiter, um sie dann schlussendlich an den Kunden zu verkaufen. Für das Wuppertal handelte es sich bei den erwähnten Produkten in erster Linie natürlich um Textilien, vornehmlich um Bänder und Spitzen.

Man kann sich denken, dass der Händler seinen Gewinn dabei möglichst hoch halten wollte, weswegen er seine Stellung auszunutzen versuchte, um gegenüber dem Handwerker den Preis zu drücken. Als man in der Mitte des 18. Jahrhunderts die ersten Webstühle erfand, wurde die Produktion dadurch drastisch billiger, wenn auch die Qualität nicht an die der Handarbeit heranreichte. Trotzdem blieben die meisten Handwerker fortan auf ihren gegenüber der maschinellen Produktion teureren Waren sitzen.

Der einstmals hochangesehene Berufsstand der Weber verlor mit dem Aufschwung der maschinellen Produktion zusehends an Privilegien und sozialem Status. Mit diesem Abstieg wollten sich die Handwerker jedoch nicht abfinden, weswegen es vielerorts zu heftigen Protesten, teilweise regelrechten Maschinenstürmen kam, bei denen Webstühle zerstört wurden. Gerhart Hauptmann hat mit seinem Drama "Die Weber" dieser Revolte ein Denkmal gesetzt.

Für das Wuppertal war die Folge, dass die im Mittelalter etablierte Monopolstellung verloren ging, denn industriell konnten die Stoffe nunmehr fast überall produziert werden, vor allem auch im Ausland. Gerade von England aus, wo man die ersten mechanischen Webstühle entwickelt hatte, wurde der Preis enorm gedrückt.

In dieser Situation profitierten viele Elberfelder und Barmer Firmen allerdings von der subventionellen Handelspolitik des Preußischen Staates. Unter dem Schlagwort 'Merkantilismus' wurde vielen Firmen, die am Rande des Ruins standen, ein staatliches Darlehen gewährt. Somit konnten die Betriebe in neue Maschinen investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Zahlreiche Firmengebäude aus jener Zeit haben sich bis heute noch im Wuppertaler Stadtbild erhalten. Typisch dabei ist die Lage der Fabriken in der Nähe von Eisenbahnstrecken. So befindet sich das Fabrikgebäude der 1881 gegründeten Zwirnerei Firma Wilhelm Hebebrand ganz in der Nähe des Mirker Bahnhofs und der heutigen Nordbahntrasse, ebenso die ehemalige Schnürriemenfabrik Arthur Huppertsberg im Stadtteil Elberfeld-Ostersbaum.