Am Sonntag, den 29. März 2015 war es wieder so weit: In Wien wurden im Volkstheater die heiß begehrten Amadeus Awards - sozusagen das nationale Pendant zu den internationalen Grammys - die größten Auszeichnungen der österreichischen Musikszene verliehen.

Das Volkstheater war bis auf den letzten Platz gefüllt: zwischen Andreas Gabalier, Wanda und vielen anderen bekannten Gesichtern blieb die Kamera immer wieder an der strahlenden Conchita Wurst hängen, die mit drei Nominierungen, aber auch mit ihrer Schönheit eine eigene Klasse darstellte.

Eröffnet wurde die Show - wie sollte es auch anders sein - durch eine Video-Collage über Udo Jürgens. Der großartige Herbert Grönemeyer gab darüber hinaus Jürgens "Wohin geht die Liebe, wenn sie geht" aus seinem letzten Album zum Besten. Arabella Kiesbauer führte durch den Abend und die erste Auszeichnung
"Band des Jahres" ging an die fünfköpfige Band "Tagträumer", die durch ein "…wir mögen Amore!" auch gleich die ebenfalls nominierte Band Wanda in ihre Dankesrede miteinbezogen.

Die Steirer setzten sich somit außerdem gegen ihre Mitstreiter Klangkarussel, Die Seer, Bilderbuch, Nockalm Quintett und den Poxrucker Sisters durch und nahmen überglücklich die erste Trophäe des Abends entgegen.

Wanda musste aber nicht lange auf ihre Auszeichnung warten, denn schon in der nächsten Kategorie "Alternative/Pop/Rock" konnten sie sich gegen ihre Konkurrenten durchsetzen und nahmen ihren Amadeus von Michael Ostrowski, mit überraschender Bescheidenheit und großer Dankbarkeit, entgegen.

Der Amadeus für das Genre "Hip Hop/Urban" ging an den Rapper Nazar, der wie so oft bei seiner Dankesrede, mit enormem Selbstbewusstsein kein Blatt vor den Mund nahm, polarisierte und eine Schaffenspause bis 2016 ankündigte - er sei urlaubsreif und zwar für Thailand!

Kurz darauf folgte der erste Amadeus Award des Abends für Conchita Wurst, in der Kategorie "Bestes Video" für "Heros", gefolgt von der Trophäe für Parov Stelar in der Kategorie "Electro".

Für Abwechslung sorgten der Live-Auftritt von Julian LePlay, der dann später auch noch seinen Amadeus für das beste Album, deutlich überwältigt und überglücklich, entgegen nehmen durfte.

Eine Überraschung gab es dann noch in der Kategorie "Bester Song" - als Favoriten galten sowohl "Bologna" von Wanda als auch "Spliff" von Bilderbuch, doch beide mussten sich Conchita Wurst geschlagen geben, denn auch hier konnte sie das Rennen mit "Rise like a Phoenix" für sich entscheiden - Standing Ovations im ganzen Saal und eine wirklich den Tränen nahe und sprachlose Conchita - ein seltenes Bild!

Nächster Programmpunkt war die Trophäe in der Kategorie "Künstler des Jahres" überreicht von Christina Stürmer - und diese ging posthum an Udo Jürgens, die Auszeichnung nahm sein Sohn gemeinsam mit Jürgens' langjährigem Manager Freddy Burger, der über 40 Jahre sein engster Wegbegleiter war, entgegen. Der schmerzvolle Verlust lag greifbar in der Luft und so wirklich glauben, dass Udo Jürgens den Preis nicht mehr selbst entgegen nehmen konnte, konnte auch niemand.

Der Amadeus Award in der Kategorie "Jazz/World/Blues" ging an die Formation 5/8erl in Ehrn, und das schon zum dritten Mal. In ihrer Rede bedankten sie sich bei ihren Fans, vor allem auch dafür, dass es ihnen möglich ist, von ihrer #Musik zu leben und forderten von den österreichischen Radiosendern, mehr österreichische Musik zu spielen und nicht erst dann, wenn in Deutschland so manche Band in den Himmel gelobt werde.

Auch der fünfmalig nominierte Andreas Gabalier ging nicht leer aus und konnte den Amadeus in der Kategorie "Bester Life Act" als sein eigen bezeichnen. Abgerundet wurde der Abend mit der Trophäe für Arik Brauer, der mit dem Award für sein "Lebenswerk" ausgezeichnet wurde.

Ein gelungener Abend, in toller Atmosphäre, durchzogen mit viel Amore, Witz, Charme aber auch melancholischer Erinnerung, der zeigt, wie wunderbar vielfältig und hörenswert die österreichische Musikszene doch ist.

Bild: Manfred Werner - Tsui - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.