Nach langer Pause meldet sich das erfolgreiche Quartett aus West London zurück. Mumford & Sons haben heute den Titel und Veröffentlichungstermin ihres dritten Albums bekannt gegeben. Am 4. Mai soll die Platte Wilder Mind, die in den Londoner Air Studios aufgenommen wurde, laut eigenen Angaben erscheinen.

Die 2007 gegründete Band mit recht unkonventioneller Besetzung hat es geschafft, Folk-Rock ins 21. Jahrhundert zu transportieren und hat so dem Genre eine Renaissance bereitet. Das Debütalbum, das 2009 erschien, wurde von der Kritik sehr skeptisch aufgenommen. Die englische Musikwebsite Pitchfork spricht in einer Review von einem Konflikt zwischen Indie und Kommerz und bemängelt die musikalische Vielfalt: "And they pull that shit on every track."

Doch der Erfolg gibt den Gentlemen von der Straße recht

Auch außerhalb des von Brit-Pop dominierten Englands nimmt die Popularität der Band sichtbar zu. Neben vielen anderen erhielten sie 2011 auch den European Border Breakers Award und im darauffolgenden Jahr erschien das zweite Album (bekanntermaßen nicht immer das einfachste) mit dem Titel Babel. Doch nach dem unerwarteten Erfolg ihres Debüts galt es nun zu entscheiden, ob sie die Kritiker durch musikalische Raffinesse beeindrucken oder den Fans liefern wollen, was sie erwarten. Die deutsche Musikzeitschrift Musikexpress meint, sie haben sich deutlich für Zweiteres entschieden, ohne jedoch Erstgenanntes ganz aus den Augen zu verlieren. Es sei "eine logische Fortsetzung des Millionensellers Sigh No More". Und wie schon 2009 wurde auch dieses Album ein Publikumsliebling und erreichte Platz 2 der deutschen Album-Charts.

Größer als The Beatles?

Durch Auftritte mit Bands wie Arcade Fire oder The National (Gitarrist Aaron Dessner war auch maßgeblich an Wilder Mind beteiligt) sind Mumford & Sons auch über die Grenzen Europas hinaus schon bekannt. Doch womit wahrscheinlich keiner gerechnet hätte: Das zweite Studioalbum stieg gleich in die US Billboard Charts auf Platz 1 ein. Sechs Songs der Band dominierten die Billboard Top 100 im Oktober 2012. Damit bricht die Combo um Marcus Mumford den Rekord, den The Beatles seit 1964 innehatten.

Im Jahr 2013 gaben die Musiker bekannt, eine Pause einzulegen. Marcus Mumford widmete sich auch anderen Projekten, wie zum Beispiel dem Soundtrack des Coen-Films Inside Llewyn Davis oder dem Projekt The New Basement Tapes.

Von 0 auf 100

Erst kürzlich gab das englische Leeds & Reading Festival bekannt, dass die Band Headliner des Festivals sein wird. Nun veröffentlicht Mumford & Sons auf ihrer Facebook-Fanpage einen 21-sekündigen Clip, der sich in einem neuen Image präsentiert. Die Band ist im Studio um einen Schlagzeuger erweitert, der Sound E-gitarrenlastiger und der Look - man könnte fast sagen moderner oder auch angepasster. Es bleibt abzuwarten: Kann die Band den inzwischen hohen Erwartungen der Fans und auch der Kritiker erneut gerecht werden. Vielversprechend ist der Clip allemal und die Energie, von der diese Band lebt, scheint präsenter denn je. #Musik