Álex Rigola inszeniert den "Sommernachtstraum" am Düsseldorfer Schauspielhaus, zeitweise überdreht, aber mit viel Humor. Das Publikum bekommt ein herausragendes Ensemble gezeigt, das schauspielerische Höchstleistungen vollbringt.

Der mystische Wald von Elfenkönig Oberon wird kurzerhand in die Factory von Andy Warhol verlegt. Die Athener Hermia und Demetrius werden von Warhol gefilmt, in ihrer verzweifelten Liebesbeziehung. Ihr Freund Lysander und Demetrius selbst erliegen einem Liebestrank - Lysanders Verwandlung ein Versehen von Puk, sollte doch Demetrius Helena lieben -, der sie dazu bringt zombieartig zuckend durch die Gegend zu laufen.

Urkomisch wird es, wenn die Teenager kreischend in einem Wald/Museum aus einem Haufen identischer Brillo-Boxen stehen.

Titania, Shakespeares Elfenkönigin, ist Andys männliche Muse, hingebungsvoll gespielt von Edgar Eckert.

Shakespeares Handwerkergruppe, die sich als Schauspieler versucht, wird zu Warhols Star. "Die Wand" zwischen Pyramus und Thisbe wird dargestellt von Birgit Berlin, John Giorno bekommt vom Kobold Puck den Eselskopf verpasst, der sich während einer Probe per Drogenrausch in einen Esel verwandelt.

Alle spielen unglaublich gut. Das zu übertriebene pendelt sich ein. Dem Ensemble ist die Freude am Spiel anzusehen. Sven Walser als Andy/Oberon sticht gegen Edgar Eckert als Titania hervor. Bis John Giorno mit Eselskopf in ihr Zimmer kommt. Hier wird es rührend. Und amüsant, wenn Urs-Peter Halter als Esel mit einem Riesengenital Klavier spielt.

Herausragend auch Moritz Führmann als Puck, der mit der Elfe Edie (Klara Deutschmann) über die Bühne, durch die Factory tanzt. Bei Shakespeare sehr mächtig, sagt Andy/Obern hier den Ton an.

Andy/Oberon fotografiert und filmt alle in unangenehmen Posen und demonstriert so seine Macht und zeigt uns die Abgründe der Factory.

Das Happy End bleibt wie es ist. Demetrius liebt Helena durch den Zaubertrank, nachdem Andy/Oberon Puks Fehler wieder hingebogen hat. Lysanda liebt wieder seine Hermia.

Foto: „Düsseldorfer Schauspielhaus“  Johann H. Addicks - Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons