Dass der Osterhase die Eier versteckt, weiß jedes Kind. Manche erinnern sich vielleicht auch noch daran, dass am Ostersonntag ja eigentlich die Auferstehung von Jesus gefeiert wird. Aber wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?

Beispielhafte Bräuche

Ostereier färben oder bemalen, den Osterbaum schmücken und sich die traditionellen Speisen (Meerrettich, Eier, Osterschinken, etc.) in der Kirche segnen lassen, sind nur einige der zahlreichen üblichen Osterbräuche im deutschsprachigen Raum. Weiterhin sind Spiele mit hart gekochten Eiern, wie "Eierpecken" oder "Eierwerfen", vor allem bei Kindern sehr beliebt. Bei letzterem sind die Regeln ziemlich variabel. Vom Eierweitwurf bis zum Eierschleudern sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Der Besitzer des, am Ende immer noch unversehrten Eis gewinnt. Genau wie beim Eierpecken: Dabei stößt man sein Ei solange gegen das von einem anderen Teilnehmer, bis eine Schale aufspringt. In Südtirol existiert außerdem der Brauch, ein über das Haus geworfene Ei dort einzugraben. Dies soll dem trauten Heim Glück (allein) bringen.

Eierfärben ist eine unglaublich weit verbreitete, christliche Tradition. Ihre Ausübung erstreckt sich von Armenien über Russland und dem Mittelmeerraum bis nach Europa. Traditionellerweise werden hartgekochte Hühnereier bemalt, gefärbt und verschenkt.

Von Henne, Fuchs und Hase

Heutzutage hat sich der Osterhase als Eilieferant im deutschsprachigen Raum größtenteils durchgesetzt. Das war jedoch nicht immer so. Selbst jetzt noch hat er in Tirol etwa die Osterhenne als Konkurrentin und in Hannover werden die Eier vom Fuchs versteckt. Die Möglichkeiten im 16. Jahrhundert waren jedoch noch viel zahlreicher: Neben den üblichen Verdächtigen Henne, Hahn und Osterlamm galten auch Fuchs, Ostervogel, Storch, Kuckuck, ja sogar Kranich und Osterglocken als Überbringer der bunten Eier.

Warum wir zu Ostern Eier verschenken

Der genaue Ursprung dieser christlichen Tradition ist nicht bekannt. Oft wird auf die symbolische Deutung des Eis in der Antike hingewiesen. Damals sah man es als ein Zeichen des Neubeginns. Im Mittelalter wurde das Ei eindeutig mit der Auferstehung Jesu konnotiert.

Zwei mögliche Ursprünge des heute alltäglich gewordenen Brauches

Im Mittelalter wurden Nahrungsmittel von den Bauern als Abgaben an ihre Grundherren geliefert. Am Gründonnerstag bestand dieser "Zehent" vor allem aus Eiern und wurden daher auch als "Zinsei" oder "Eierspende" bezeichnet. Zu dieser Jahreszeit gab es nämlich einen gewaltigen Überschuss an Eiern. Denn einerseits war da die Legefreudigkeit der Hennen besonders groß. Andererseits galten Hühnereier als Fleischspeise und durften daher in der Fastenzeit nicht verzehrt werden, weshalb sie zu Ostern in reichlichen Mengen vorhanden waren.

Da Eier immer schon beliebt waren, war man froh, sie nach der Fastenzeit wieder essen zu dürfen. Sie wurden zu Ostern in der Kirche geweiht und gefärbt als Geschenke verteilt. #Lebensmittel

Chronologie des Ostereis

Die erste Erwähnung von gefärbten Eiern stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert.
Hundert Jahre später gab es erste Zeugnisse des Wortes "Osterei", in der Bedeutung des Zinseis, das zu dieser Zeit abgeliefert wurde.
1617 erschien das Werk "Ovi enconium" von Puteanus, worin er beschriftete, bemalte und geätzte Ostereier beschreibt.
Die Geburt des Osterei-Brauchs, wie wir ihn heute kennen, wurde aber erst im Jahr 1682 datiert: In seiner Schrift "Satyrae" schreibt der Mediziner und Botaniker Georg Franck unter anderem vom Osterhasen und dem Verstecken der Eier für die Kinder.