Seit dem 30. Januar 2015 kann man in der Albertina einen Blick in Degas, Cézanne, Seurat - Das Archiv der Träume aus dem Musèe d'Orsay werfen. Dafür öffnete das das berühmte Pariser Museum, welches in einem ehemaligen Bahnhof seinen Platz findet, seine Tresore. Zu sehen gibt es Pastelle von Edgar Degas, Georges Seurat und Odilon Redon, Aquarelle von Paul Cézanne sowie Werke von Salonkünstlern, die in ihrer Zeit hochgeschätzt waren. Landschaften aus dem Süden Frankreichs von Paul Cézanne finden sich neben Prostituierten und Tänzerinnen von Degas, welche aus verborgenen Winkeln beobachtet werden. Zusammen ergibt dies ein weites Panorama französischer Zeichenkunst: Werke des Realismus direkt neben Arbeiten von berühmten impressionistischen Künstlern; Odilon Redons symbolistische Werke neben den pointilistischen Arbeiten von Georges Seurat.

Die Ausstellung hat der ehemalige Direktor des Musèe d'art moderne im Centre Pompidou, Werner Spies, zusammengestellt. Zusätzlich führt er durch das scheinbar undurchschaubare Labyrinth von Stilen, Themen und Motiven des 19. Jahrhunderts. Eine Besonderheit des begleitenden Kataloges für die Ausstellung sind die persönlichen Beiträge und Interpretationen zu einzelnen, in der Ausstellung vertretenen Arbeiten, die Werner Spies von zahlreichen Künstlern, Schriftstellern, Filmemachern und Architekten aus freundschaftlicher Verbundenheit gewidmet wurden.

Das Hauptmotiv der Ausstellung ist Edgar Degas' Nach dem Bad (Frau, sich den Nacken trocknend). Edgar Degas bevorzugte Ballettszenen als Motive. Zunächst malte er Historienbilder und Portraits, wandte sich jedoch Szenen aus Opern, Theater und Pferderennen zu. Bekannt wurde er für seine Aktbilder, die Personen bei alltägliche Dingen darstellten. Degas kunsthistorische Bedeutung wurde erst postum erkannt. Heute zählt er zu den bedeutenden Parallelfiguren des Impressionismus.

Bis zum 3. Mai 2015 kann man noch in der Albertina Das Archiv der Träume aus dem Musèe d'Orsay betrachten. Jeder der in nächster Zeit Wien besuchen möchte oder dort ansässig ist, sollte sich diese einzigartige Ausstellung nicht entgehen lassen. #Kunst