Junge Österreichische Erfolgsphänomene

Die oberösterreichische Erfolgsband Bilderbuch tourt derzeit mit ihrem dritten Album "Schick Schock" durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Mit ihrem dritten Album erreichten die vier jungen Männer den 1. Platz der österreichischen, sowie den 14. der deutschen Charts. Die Single "Maschin" brachte sie in mehrere Bestenlisten, verhalf ihnen zum Österreichischen Musikvideopreis und zum FM4 Award beim Amadeus 2014. Doch ist die österreichische, auf deutsch singende Gruppe mit ihrer Wirkung in und jenseits von Österreich kein Einzelphänomen: Es scheint so, als wäre der Austropop nach 30, 40 Jahren wieder zurückgekommen.

Auch die junge Wiener Band Wanda kann seit 2014 große Erfolge verbuchen. "Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht!" - für Fm4-Hörer eine Hymne, doch auch dem restlichen Radiopublikum klingen die Worte des Songs "Bologna" vertraut im Ohr. Es ist ein Stück des Debütalbums von Wanda, das es auf den 13. Platz der österreichischen Charts schaffte - auf Anhieb. Mit einem Konzert in Salzburg am 9. April startet die Österreich-Deutschland-Schweiz Tour.

Dann gibt es da noch diesen Nino aus Wien. In seiner Art zu singen immer leicht "zwider", bündelt er die Mentalität der Bundeshauptstadt. Gemeinsam mit dem österreichischen Künstler Ernst Molden, der die Kunst des urösterreichischen Textens schon lange beherrscht, stellt sich Der Nino aus Wien mit dem Album "Unser Österreich" in die Tradition der alten Austropop-Legenden, deren alte Nummern sie covern. Mit dem Album touren die beiden momentan und noch bis September durch Österreich.

Das Phänomen des Austropop 2.0 schlägt sich nicht nur in den Charts und diversen Musikpreisen nieder. Neben den österreichischen Medien richtet auch die deutsche Presse ihren Blick darauf. Der Spiegel etwa handhabt Bilderbuch, Wanda und Co als den "derzeitig spannendsten deutschsprachigen Pop". Untersucht wird, was die Besonderheit ausmacht: Nostalgische Verknüpfungen zum alten Austropop, die spannende Mischung von Tradition und Moderne und die dem Österreichischen eigenen Doppelbödigkeit in der Inszenierung werden verantwortlich gemacht.

Das Österreichische im Kern

Überraschend unterschiedlich gestalten sich die #Musik, die Texte, die transportierte Stimmung der verschiedenen Bands des neuen Austropops. Vom eigentlichen, ursprünglichen Austropop scheinen sie sowieso grundverschieden zu sein. Was verbindet also dieses bunte Wirrwar, die Produkte dieser österreichischen Musiker? Das Österreichische, ist die naheliegende Antwort. Nicht alleine die Sprache, das bezeichnende Wienerisch wie es Der Nino aus Wien und Ernst Molden verwenden, ist gemeint - Bilderbuch und Wanda singen beispielsweise auf Hochdeutsch. Es muss also das Transportieren eines Stückes österreichischer Kultur (vielleicht auch manchmal Unkultur) und Mentalität sein, das die Gemeinsamkeit bildet. Das schöne Stöbern nach diesen verbindenden Motiven bleibt fürs Erste den Musikliebhabern selbst überlassen.