Für manche ist das jetzt ein Kulturschock: Die Neufassung der legendären Sendung "Das Literarische Quartett" ist geplant! Und zwar mit einer prominenten Besetzung.

Diese Meldung haute bei Mediendiensten gestern rein wie eine Bombe. Laut Spiegel plane das ZDF im kommenden Herbst eine Neuauflage der Büchersendung. Norbert Himmler, Programmdirektor im ZDF: "Wir sind derzeit im Gespräch mit möglichst prominenten Teilnehmern. Einer der Kandidaten: Harald Schmidt." Dies schreibt der Spiegel in seiner heutigen Ausgabe. Das "Literarische Quartett" genoss damals vor allem wegen des wortgewaltigen Marcel Reich-Ranicki und seinen Zankereien mit anderen "Quartett"-Gästen Kult-Status.

Dass der prominente Kandidat Harald Schmidt tatsächlich zurück auf den Bildschirm kehrt, scheint glaubwürdig. Der Entertainer hat über viele Jahre guten Kontakt zum Magazin. Schmidt sei von der Idee außerdem angetan. Es gebe aber aktuell weder eine Zusage noch eine Absage Schmidts. Trotzdem tingelt Schmidt bereits im Schweizer Fernsehen häufig herum, gab dort in den letzten Monaten Interviews. Dass ihm das Fernsehen fehle, kommt darin immer wieder zu Sprache. Der Moderator ist seit der Absetzung seiner Show bei Sky ohne TV-Präsenz in Deutschland, seine Affinität zur Literatur ist bekannt. Fans hoffen nun auf seine Rückkehr im ZDF.

Reich-Ranicki hatte beim alten "Literarischen Quartett" eine feste Besetzung aus drei Personen plus einem Gast. Denkbar sei also, berichtet der Spiegel weiter, dass es diesmal ein festes Kritiker-Quartett geben könnte. Und für Schmidt wäre hier der Quotendruck nicht mehr gegeben.

Er begann seine Late-Night-Karriere 1995 in Sat.1, zog dann, nach einer einjährigen Pause, 2004 zu ARD um. Die Doppelmoderation mit Oliver Pocher war für Schmidt nicht nur ein Quotendesaster, er fühlte sich sichtlich unwohl mit seinem Co-Moderator, den ihm die ARD für die junge Zielgruppe aufdrängte. Nach dem dortigen Ende 2011, kehrte Schmidt zurück zu Sat.1, wo die Sendung wegen schlechter Quoten im März 2012 eingestellt wurde. Anschließend folgte ab September 2012 seine Late-Night-Show beim Bezahlfernsehen Sky. Fairerweise muss man Sky anrechnen, dass der Sender lange durchgehalten hat und sich stets zu Harald Schmidt bekannte. Nachdem aber die Quoten in der zweiten Staffel bei nur noch unter 50.000 Zuschauern lag, war die teure Show für Sky nicht mehr zu stemmen, schließlich wurden Schmidt und die Produktion der Sendung hauptsächlich von Abogebühren bezahlt. Die Werbeeinnahmen waren bei solch einer miesen Quote nicht mehr der Rede wert. Sky zahlte nur noch drauf.

Nun also das Comeback im öffentlich rechtlichen Fernsehen? Das wäre es. Spannend würde es auf jeden Fall werden. Die Sendung das "Literarische Quartett" lief von 1988 bis 2001 im ZDF. Eine Pilotfolge der Neuauflage soll schon in den nächsten Wochen gedreht werden.
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