Obwohl Sat.1 noch einmal erklärte, dass es derzeit keine Überlegungen gibt, Newtopia einzustellen, sollte man dies langsam in Erwägung ziehen. Die Erholungsphase von "Newtopia" war nach Informationen des Branchendienstes Dwdl.de wohl nur von sehr kurzer Dauer. Gestern setzte sich die Talfahrt des TV-Formats weiter fort. Die Zuschauerzahl der Show hat sich, laut Analyse von Dwdl.de, seit dem Start inzwischen glatt halbiert. Das ist nicht nur bitter, sondern vor allem teuer für Sat.1!

Gegenüber Blasting News hatte bereits eine Informantin über das Quotendesaster gesprochen, und von Einstellung gesprochen. Schaut man die Zahlen an, ist das tatsächlich die letzte Option. Die Zahlen nun im Einzelnen, die wir von Dwdl.de übernehmen: Der Branchendienst erklärt in seiner Aufstellung, dass sich "Newtopia" in der vergangenen Woche auf bis zu 10,9 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe zwar steigerte, aber nach Ostern, am Dienstag, mit einem neuen Tiefstwert in die Woche startete. Und schon einen Tag später, am Mittwoch, den 8. April 2015, sogar noch unterboten wurde. Mit 540.000 Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren kam "Newtopia" gestern nämlich auf gerade mal noch 7,6 Prozent Marktanteil. Hier müssen die Alarmglocken bei Sat.1 schrillen. Auch die Gesamt-Reichweite von nur noch 1,40 Millionen Zuschauern, so Dwdl, markiert ein neues Tief.

Spekulationen über ein vorzeitiges Aus dementiert Sat.1 gegenüber allen Medien. Sprecherin Diana Schardt von Sat.1 zu Blasting News am 8. April 2015: "Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es keinerlei Überlegungen, "Newtopia" einzustellen." Durchhalteparolen aus München, dem Sitz der ProSiebenSat.1 AG. Es erinnert ein bisschen an Harald Schmidt. Auch an diesem wollte man festhalten, konnte es aber aus Kostengründen irgendwann nicht mehr. Sat.1 stellte ihn ein. Auch Sky, wohin Schmidt damals wechselte, hielt nur zwei Staffeln mit ihm durch und stellte seine Sendung aus Kostengründen ebenfalls ein.

Dieser Vergleich verdeutlicht, dass man bei Privatsendern sicherlich gewisse Geduld aufbringt, damit sich ein Format entwickeln kann. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass bei sinkenden Quoten, erst recht bei teureren Produktionen wie "Newtopia", die Reißleine gezogen werden muss! Denn anders als bei öffentlich-rechtlichen Sendern, die von Gebührengeldern bezahlt werden, finanziert Sat.1 Sendungen wie "Newtopia" durch Werbegelder. Die Werbepreise richten sich dabei nach den Quoten. Es bedarf keiner großen kaufmännischen Erfahrung um zu erkennen, dass weniger Quote, eben weniger Werbeeinnahmen bedeutet. Und wenn die Quote nicht endlich wieder in den zweistelligen Bereich kommt und bei diesem Marktwert dümpelt, wird der ProSiebenSat.1 Vorstand handeln müssen. So wie bei allen anderen Produktionen auch, die entweder nicht verlängert wurden oder eingestellt werden müssen, nimmt der Zuschauer auf lange Sicht das Format nicht an.
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