Mit heftigen Reaktion und öffentlichen Beschwerden reagierten mehrere spanische Frauenverbände, nationale Organisationen für Geschlechtergleichheit und auch einige politische Parteien auf eine kontroverse öffentliche Partnervermittlungsaktion in Spanien.

In der ländlichen Kleinstadt Merida, wo es bereits seit Jahren einen akuten Frauenmangel geben soll, haben eine Agentur und ein Hotelbetreiber gemeinsam das Event "Karawane der Frauen" veranstaltet. Hierfür wurden, mit mehreren Reisebussen ledige Frauen aus der Haupstadt Madrid nach Merida gebracht, wo sie dann mit lokalen Männern den Tag verbrachten und - laut der Werbung der Veranstalter - auch "...das Abendessen und den Diskothekenbesuch danach..." genossen.

Die Partnervermittlungsagentur und der Hotelbetreiber, welche auch gegenüber der Presse nicht bekannt geben wollten, wie viele Frauen und Männer insgesamt bei der Aktion, für die die Männer für die Teilnahme mindestens 50 Euro zahlten mussten dabei waren, reagierten auf die Proteste und Beschwerden mit Unverständnis: man wollte nur einsamen und ledigen Männern vom Land helfen, auf harmlose und gesittete Art und Weise eine Frau für's Leben zu finden.

Auf die Anschuldigung vom Frauenverband Malvaluna, der das Ganze als "Erniedrigung von Frauen" und als "das öffentliche Anbieten von Frauen wie Waren" bezeichnete, konterten die Veranstalter nur mit der Erklärung, dass die Aktion "...wie jede andere Partnervermittlungsaktion abgelaufen ist...".

Auch der öffentliche Protest und der Kommentar der, gegenwärtig in Spanien sehr populären Linkspartei Podemos, das Ganze sei "wie am Viehmarkt", lies die Veranstalter kalt und ohne nennenswerte Reaktion.

Was die teilnehmenden Frauen und auch die zahlenden Männer zu all den Protesten und Beschwerden zu sagen haben und auch persönlich über die Aktion denken ist nicht öffentlich bekannt.

Quelle:

ORF - Heftige Kritik an Massenbrautschau in Spanien.

Bildquelle:

realhistoryww.com/Giulio Rosati (1857-1917) "Picking the Favorite" (Ausschnitt).