Er scheute keinen "Skandal" - seine Filme waren und sind zum Großteil radikal und verstörend. Typisch für die Medien- und Kunstwelt ist aber, dass die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe größere Schlagzeilen machten als seine Filme. Ohne Zweifel hat Roman Polanski Filmgeschichte geschrieben - im komischen als auch im dramatischen Fach. ARTE zeigt am Montag, dem 11. Mai 2015, um 22 Uhr einen seiner wichtigsten Filme - "Der Mieter".

Polanskis Spuren in der Filmgeschichte

Bereits sein erster Film 1962 deutete an, welchen Weg Roman gehen wird. "Das Messer im Wasser" weist schon viele Elemente auf, die auch Basis seiner späteren Welterfolge waren. Schein und Sein, diffuse Ängste, Extremsituationen. In seinem Debütfilm führt der Segelausflug eines Paares durch einen jungen Herumtreiber zur Demaskierung. "Ekel" mit Catherine Deneuve (1965), setzt dieses Thema in abgewandelter Form fort. Komödie und Suspense-Horror machen Polanski in Folge weltberühmt. "Tanz der Vampire" (1967) und "Rosemaries Baby" (1968) sind der endgültige Durchbruch. "Chinatown" (1974) mit Jack Nicholson und Faye Dunaway ist der vielschichtigste Film Polanskis. Agententhriller, Zeitstudie (Depressionsjahre in den USA) und Psychogramm in einem. 1979 ermöglicht er Nastassja Kinski in "Tess" den weltweiten Durchbruch, Starkino gibt es von Polanski 2011. Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly spielen in der schwarzen Komödie "Der Gott des Gemetzels."

Der Mieter

1976 besetzt sich Polanski wieder selbst. Diese Personalunion hat bereits mit dem "Tanz der Vampire" ein echtes Juwel geschaffen. Ein schüchterner Bankangestellter in einer latent feindlichen Umwelt - so könnte man die Ausgangslage der Story bezeichnen. Dabei ist aber nicht klar, ob die feindliche Umwelt real besteht oder sie nur eine Psychose des von Polanski dargestellten Bankangestellten ist. Es gibt Ähnlichkeiten mit Polanskis Frühwerk "Ekel", in der Dramaturgie ist aber "Der Mieter" wesentlich radikaler. Isabelle Adjani und Melvyn Douglas spielen die weiteren Hauptrollen.

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