Welche Rolle spielen wir, in der großen Vorstellung die wir Leben nennen?

Was ist unsere Bestimmung?
Was sind unsere Ziele ?
Was ist unser Ideal, für das wir leidenschaftlich brennen?

Aber vor allem: Was sollen diese Fragen ?
Fragen die sich viele kaum noch wagen zu stellen. Fragen die verloren gegangen sind, irgendwo zwischen der Angst um die Zukunft und dem Wunsch nach einem Leben voller süßer Trauben. Fragen für die in unserer Zeit keine Zeit zu bleiben scheint.
Donnernd wie nie zu vor ticken die Uhren.
Erbarmungslos wie nie zu vor schieben uns die Zeiger dieser, in eine bereits bestimmte Zukunft.

Verzweifelt versuchen wir der Zeit Herr zu werden und billigen die einhergehende Knechtschaft unseres Geistes.

Oder wir fliehen, fernab von all dem. Wechseln am besten gleich den Kontinent und bleiben doch Gefangene einer schon gemalten Landschaft.
Selber finden wir uns in diesem Bild nur wieder als kleine, verschwommene, immer gleiche Gestalten die ehrfürchtig vor den Altären des Gewesenem knien.

Suchen nach Alternativen wollen alternativ sein, doch mehr als Alnatura, fairetrade und Hipsteruniform kriegen wir nicht zustande. Erzählen lieber anderen wie es zu leben gilt und sind betroffen so schrecklich betroffen über die Leiden der Welt. Dass es unser System ist gegen das es anzurennen gilt, um der Betroffenheit zu entfliehen ignorieren wir.

Manch andere fliehen ebenfalls, jedoch nicht räumlich. Sie flüchten sich in wirre Gedanken, schwarzweiße Weltbilder und schwören uns auf oft grausame Weise ab. Sie sind meist jene die den erbarmungslosen Wettstreit gegen die Zeiger der Zeit verloren haben

Wieder andere sind einfach nur stumm. Nicht zufrieden. Nicht unzufrieden. Einfach nur stumm. Sie wissen nicht wohin und auch nicht warum. Sind orientierungslos und wählen aus diesem Gefühl heraus den scheinbar sichersten und vermeintlich logischen Weg.

Orientierungslos ist das Trendwort unser Jugend. Grau unsere Trendfarbe und die Clubrotation unsere Protestmusik. Es ist unser Protest wenn wir losziehen. Es ist ein stumpfer Protest, mischen uns in Gleichmütigkeit und vergessen. Betäuben uns für den nächsten Montag.

Die alten schimpfen. Die Regierenden grinsen. Die Jungen schweigen. Die Frage die bleibt ist nur: Erkennen und fügen wir uns oder fügen wir uns ohne zu erkennen ?

Das Gemälde der Welt wird jeden Tag aufs neue gemalt, selbst wenn es immer gleich ausweglos auszusehen scheint. Wieso drücken wir nicht mehr unsere Farbe in das Bild hinein? Wieso stehen wir nur neben dem Bild, als wären wir nicht Teil davon? Wieso stehen wir nicht davor und versuchen es zu verändern ?
Wer hat den Pinsel in der Hand ? #Wahlen