Angst, Sexualität und Gewalt sind die Themen eines heiß diskutierten, im Jahr 2009 von Helene Cattet und Bruno Forzani gedrehten Streifens. Eine sehr kontroversielle Auseinandersetzung mit der Entwicklung eines Mädchens zur Frau in zum Teil surrealen Bildern und Szenen. Der Gesamteindruck bewegt sich zwischen Horror und Erotik, wobei die Horrorszenen sehr plakativ sind, die Erotik allerdings ist in keiner Weise obszön. Die Altersfreigabe FSK 16 ist mutig – der Film ist wohl auf Grund des Inhalts und auch der Umsetzung eher FSK 18.

"Amer" steht für „bitter“

Überwiegend „bitter“ sind die drei Szenen aus dem Leben von Ana, die im Film abgehandelt werden. Ana als Kind wird von Cassandra Foret dargestellt, Ana als Jugendliche von Charlotte Eugene Guibeaud und Ana als erwachsene Frau von Marie Bos. Tod und Sexualität sind das Theme des ersten Teil des Films. Anas Großvater stirbt, Ana beobachtet ihre Eltern beim Beischlaf. Die jugendliche Ana begleitet ihre Mutter in das benachbarte Dorf. Starker, erotischer Unterton – aber keinesfalls vulgär. Ana als Erwachsene – die längste Episode. Ana kehrt zum Haus ihrer Eltern zurück, ein Mann bedroht sie. Klassische Horroreffekte erinnern an den Thrillerklassiker „Psycho“. Erotische Fantasien lassen den Film „ausklingen“.

Angst, Gewalt und Freude am Leben

Die Grundstimmung des Films ist sicherlich düster, es hängt aber davon ab, welche Szenen der Betrachter als real oder als reine Fantasie ansieht. „Amer“ hält aber von der Grundstimmung her sicherlich mit den besten Horrorfilmen mit. Die durchgehende erotische Spannung wäre für den Großteil der bislang gedrehten Erotikfilme durchaus eine Lehrstunde wert. Großartig Marie Bos in ihrer Rolle der erwachsenen Ana. „Amer“ ist aber absolut keine leichte Kost – eher etwas für Cineasten. Zu sehen ist „Amer“ auf ZDF Kultur am 2. Juni 2015 um 23:15 und in der Nacht auf den 3. Juni um 1:50 Uhr. Helene Cattet und Bruno Forzani haben für "Amer" 2009 in Montreal den Public's Choice Award erhalten. Aber auch in der "Horrorbranche" stieß der Film auf große Anerkennung. 2012 gab es eine Nominierung für den "Chainsaw Award". 

Foto: Manfred Schary, flickr.com
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