Schlimmer könnte es für Ignatius Perrish, kurz Ig, nicht mehr werden. Der junge Mann soll seine Freundin Merrin (gespielt von Juno Temple) brutal vergewaltigt und getötet haben. Daniel Radcliffe übernahm die Rolle von Ig, einem Tagträumer und eher zurückhaltenden Typen.

Deine Gedanken sind so widerlich

Doch Ig ein Mörder? Er liebte Merrin über alles. Ig beteuert die Unschuld. Niemand glaubt ihm. Alle, bis auf seinen Bruder und besten Freund, verdächtigen ihn der widerlichen Tat. Er verfällt in Verzweiflung. Nach einer durchzechten Nacht erwacht Ig plötzlich mit zwei Hörnern, die ihm ein teuflisches Aussehen geben, auf. Ärzte sind ratlos. Mit den Hörnern bekommt er aber ebenso eine ganz besondere Fähigkeit verliehen: Er kann sich den Gedanken aller Menschen bemächtigen und ihnen ihre Sünden entlocken. Ig macht sich das fortan geschickt zunutze, um damit die wahren Mörder seiner Freunin Merrin zu finden. Ig ermittelt, geht auf die Jagd, durchschaut widerliche Gedanken und Lügen.

Nicht Ig mit Hörnern ist böse, sondern der Mensch

„Horns“ ist eine Mischung aus Fantasy, Horror und schwarzem Humor. Der französische Filmemacher Alexandre Aja übernahm die Regie. Aja hatte sich mit „Prianha 3D“, „Mirrors“ oder auch „The Hills have Eyes“ im Horrorgenre einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Mit „Horns“ liefert er nun ein ziemlich schräges Werk ab, gespickt mit Gemeinheiten und auch jeder Menge Blut. „Es ist eine Reise hinab in die menschlichen Abgründe“, sagt Alexandre Aja über „Horns“. Denn spätestens wenn die Figur Ig mit seinen Hörnern die Gedanken lesen kann, wird’s einem unbehaglich. Der Mensch ist das eigentliche Monster.

Harry Potter versucht sich im Horrorgenre

Daniel Radcliffe wurde mit Harry Potter weltberühmt und hatte im Streifen „Die Frau in Schwarz“ gezeigt, dass ihm düstere Filme liegen. Doch im aktuellen Film wirken so manche Szenen unfreiwillig komisch, da man dem Ex-Potter einfach keinen bösen Gesichtsausdruck so richtig abnehmen kann. Frodo-Darsteller Elijah Woods hatte da schon erfolgreicher den Imagewandel vollzogen. Die Neuauflage des Schockers „Maniac“, ebenfalls von Alexandre Aja, kam sogar mit Schnittauflagen indiziert in den Verleih. Die Rolle als kranker Frauenmörder war grandios - Woods war kein Hobbit mehr, sondern seitdem ein Charakterschauspieler. Zurück zu unserem Film. Daniel Radcliffe gibt sich dennoch ordentlich Mühe, die Wandlungsfähigkeit zu meistern.

Bewertung von Blasting News:

„Horns“ ist ein gerade noch verdaulicher Dark-Fantasy-Film für das junge Publikum und ein Geheimtipp für den Liebhaber von Psycho-Spielchen. Bis auf einige Schockmomente und Blut an den Händen, bleibt Mädchenschwarm Daniel Radcliffe irgendwie immer der liebenswerte Kerl im Film. Die Geschichte ist etwas überdreht, aber die Story wird vor allem nach Aufklärung des Falls noch sehr spannend. Fazit: Harry Potter versucht sich die Hörner abzustoßen. Ein bemühter Daniel Radcliffe zwischen tollen Effekten und echt beeindruckender Maske. Sehenswert!

„Horns“ startete bundesweit am 6. August 2015 in den Kinos. Altersfreigabe: FSK 16, Dauer: 123 Minuten

Fotorechte: Copyright Universal Pictures

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