Filme des indischen Filmemachers M. Night Shyamalan sind immer so eine Sache. Entweder sie hauen einen vor Begeisterung um, wie zum Beispiel „The Sixth Sence“ und „Signs – Zeichen“ oder man fasst sich nur an den Kopf. In „The Happening“ brachten Gräser Leute dazu, sich umzubringen und „After Earth“ mit Will Smith wurde mit Kritiken überzogen. Shyamalan erhielt sogar den Negativpreis „Die Goldene Himbeere“ für seine peinlichen Filme „Das Mädchen aus dem Wasser“ und „Die Legende von Aang“. Nun versucht sich der Filmemacher an Found Footage Filme, also in einer Machart einer Handkamera.

Ab halb zehn bleibt man besser im Zimmer

Und mit „The Visit“ ist ihm endlich wieder ein überzeugendes Werk gelungen. Okay, der Film erfindet das Horrorgenre nicht neu, aber die Idee ist schon derbe. Rebecca, gespielt von der hübschen 17-jährigen Olivia DeJonge aus Australien, besucht mit ihrem Bruder Tyler (Ed Oxenbould) ihre Großeltern. Wie die meisten Kinder verbinden auch Rebecca und Tyler immer schöne Erinnerungen, wenn man zu Omi und Opi fährt. Die noch sehr jungen Protagonisten spielen ihre Rolle von Anfang an sehr überzeugend. Unheimlich wird’s dann, wenn Opa sagt, dass man nach 21.30 Uhr auf keinen Fall mehr das Zimmer verlassen soll.

Flucht vor den fiesen Alten ist unmöglich

Die Regel besteht nicht ohne Grund, denn die Großmutter verhält sich äußerst sonderbar. Dazu immer wieder die Geräusche in der Nacht. „The Visit“, ein Horrorfilm, der gerade mal mit einem Budget von 5 Millionen Dollar realisierte wurde, versteht es die Spannungsschraube zu drehen. Wenn der Großvater sich ein Gewehr in den Mund steckt und die Großmutter die Enkel jagt, macht einem das schon Angst. Der Film besticht dabei nicht durch Brutalität, sondern vielmehr mit völlig unvorhersehbaren Handlungen der zwei älteren Herrschaften und die überzeugende Panik der Kinder. Rebecca und Tyler wollen fliehen und können es nicht. Man fiebert richtig mit und fürchtet sich vor der nächsten Nacht bei den völlig unberechenbaren, teuflischen Senioren. Krass.

Die Kritik von Blasting News:

Found Footage Filme sind immer ein Risiko, da leider viel Schrott den Markt überschwemmt. Aber wer sucht, der findet wahre Horrorperlen wie „The Visit“. Wenn die Oma zur Enkeltochter sagt, sie solle mal in den Ofen klettern und das Kind dann tatsächlich darin backen will, erinnert das nicht nur an Hänsel und Gretel, sondern ist doch mal echt perverser Horror. Den nächsten Sonntagsbraten bei seiner Oma sollte man vielleicht ausfallen lassen. Ausgefeilte Ideen über fiese Großeltern. Pflichtprogramm für den Genre-Kenner.

Der Trailer zum Horrorfilm "The Visit":

"The Visit", ab 24. September 2015 in den deutschen Kinos. FSK: voraussichtlich ab 16 Jahren (derzeit noch in Prüfung)

Fotos: Universal Pictures

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