Paul van Dyk hat mich mal fast meinen Job gekostet. Als ich nach meiner Ausbildung beim Radio jobbte, machte ich nachts die Sendungen. Da spielte ich häufiger als vorgesehen seine Single "For An Angel". Und zwar jede Stunde einmal. Da ich allein arbeitete, bemerkte das vier Wochen lang kein Schwein. Der DJ ist mein Held aus einer Zeit, wo wir samstags erst zu 5.30 Uhr in den "Tresor" stiefelten oder im "E-Werk" nach seinem Sound in Ekstase verfielen.

Dank Zigaretten zu Paul

Es war eine wilde Zeit, wo ein DJ wie Paul van Dyk dabei war, weltweit eine neue Musikszene zu erschaffen. Paul belebte mit vielen Newcomern der Szene eine vitale Clubkultur in Berlin. Als Berliner trafen Fans und ich Paul fast jedes Wochenende im "E-Werk". Den russischen Türsteher zu kennen, erwies sich von Vorteil. Eine Stange "Parliament"-Zigaretten, die liebten die Russen, war unser Eintritt. Dazu natürlich noch der reguläre Ticketpreis, der schnell mal bei 30 bis 50 Mark pro Nase lag. Und mit seiner neuen Single "Lights" führt uns Paul van Dyk noch einmal zurück in diese schöne Zeit. Denn wir erleben den wuchtigen Sound, der unverkennbar Paul van Dyk ist und mal keine Produktion für andere Stars.

Spüre den Bass in "Lights" wie Dein Herzschlag

In dem Clip "Lights" läuft alles rückwärts und spielt im Nachtleben. Es erinnert etwas an die damaligen Zeiten. Das mag weit hergeholt sein, aber Fans werden mir zustimmen, dass gerade in "Lights" dieser unverwechselbare Sound von Paul zurück ist. Die #Musik ist wie ein Herzschlag zu spüren. Das Stück kommt aus seinem Album "The Politics of Dancing 3". Und das unterscheidet sich von den ersten zwei Alben der Serie deutlich. "Damals nahm ich die Musik anderer Leute und machte daraus neue Tracks", erzählt der DJ. "Jetzt sprechen wir über Songs, die ich alleine oder gemeinsam mit anderen Künstlern geschrieben habe." Der Sound von "Politics of Dancing 3" spiegle ihn wieder, so van Dyk weiter.

Paul engagiert sich gegen Kinderarmut in Berlin 

Das stimmt. Denn bisher ist Paul van Dyk viel in der Welt unterwegs und remixte schon Weltstars wie Madonna, U2 oder Justin Timberlake. Seine Tracks dominieren die Dance-Charts rund um den Globus. Bei der Lufthansa ist er der größte Meilensammler und schon Stammflieger. Paul kommt viel rum. Er erinnert sich an seine erste Reise nach Indien. Dort habe van Dyk die Armut unmittelbar sehen können. Statt zu seinem Hotel zu reisen, nahm er Kontakt zum deutschen Konsulat auf, um Hilfe zu organisieren. Auch in seiner Heimat Berlin sieht er mit Sorge den Anstieg von Armut, besonders bei Kindern. Hier engagiert sich der DJ seit vielen Jahren in der Hauptstadt.

"The Politics of Dancing 3" gibt es bereits im Handel und zum Download. Die neue Single-Auskopplung "Lights" wurde seit einigen Tagen bei zahlreichen Musiksendern in das Programm aufgenommen.

Zur Person:

Paul van Dyk wurde in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Anfang der 90er legte er im Berliner Szene-Club "E-Werk" auf und war in der Hauptstadt eine angesagte Größe. 1998 schaffte er den internationalen Durchbruch mit der Single "For An Angel". Im Oktober 2006 erhielt der DJ vom damals Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Verdienstorden des Landes Berlin. Damit würdigte man seine Verdienste um die Hauptstadt und seine sozialen Engagements, vor allem bei der Kinderarmut und Familien in Not. Paul war 13 Jahre mit Natascha van Dyk verheiratet. Nach der Scheidung 2014 ist der DJ in einer neuen Beziehung mit der Kolumbianerin Margarita, die er über den Star-Designer Guido Maria Kretschmer kennengelernt hat.

Die aktuelle Single "Lights" von Paul van Dyk feat. Sue McLaren:

Single "For An Angel" brachte Paul van Dyk 1998 den Durchbruch:

Fotorechte: Christoph Köstlin (Universalmusic), Sonymusic, Paul van Dyk Presse

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