Auf seiner Instagram-Seite schrieb der 58-jährige Künstler: „Ich habe diese Entscheidung getroffen, nachdem das dänische Parlament einem Gesetzentwurf zugestimmt hat, der es erlaubt, dass Wertgegenstände von ankommenden Flüchtlingen beschlagnahmt und Wiedervereinigungen von Flüchtlingsfamilien verzögert werden können.“

Die Ausstellung mit dem Titel "Raptures" (dt. Begeisterungen) würde im März 2015 eröffnet und sollte eigentlich nicht vor Mitte April diesen Jahres enden. Der Inhaber der Kopenhagener Gallerie, Jens Faurschou teilte der englischen Tageszeitung "The Guardian" mit: "Er [Ai Weiwei] hat die ganze Nacht die Nachrichten verfolgt und wollte einfach darauf reagieren. Ich habe nicht versucht, ihn davon abzubringen. Es geht nicht darum, welches Land mehr oder weniger für Flüchtlinge tut, es geht um die symbolische Bedeutung dieses Gesetzes. Diese Dinge breiten sich in Europa aus und Dänemark nimmt eine Vorreiterrolle mit diesem Gesetz ein."

Viele Menschenrechtler haben die neue Regelung kritisiert, die es den dänischen Behörden erlaubt, Flüchtlingen, die mehr als 10 000 Kronen (1340€) bei sich tragen, den übersteigenden Betrag zu konfiszieren. Das eingenommene Geld soll dann für die Versorgung der #Flüchtlinge verwendet werden. Ein weiterer Teil des neuen Gesetzes ist die Verlängerung der Zeit, welche zur Zusammenführung von Familienangehörigen vergehen sollte, von einem auf drei Jahre. Das dänische Parlament hat diesen Regelungen am Dienstag zugestimmt.

Ai Weiwei, der sich gerade auf der griechischen Insel Lesbos aufhält, um dort auf die Situation der ankommenden Flüchtlinge aufmerksam zu machen, hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Fotos und Videos von der Insel auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht. Er hat kürzlich dort ein Studio eröffnet, in welchem deutsche und chinesische Studenten ihm bei der Erstellung neuer Projekte helfen. Ai Weiwei gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler und war wegen seiner kritischen Haltung gegenüber den Machthabern in Beijing zu 81 Tagen Haft verurteilt wurden. Anschließend wurde ihm Hausarrest erteilt und der Pass entzogen. Erst im letzten Jahr erhielt er seine Dokumente zurück, wodurch er wieder in der Lage war, zu reisen. #Kunst