Richard Trenton Chase hatte vor vielen Dingen Angst. Doch seine größte Angst, die ihn plagte, war die Angst spurlos zu verschwinden. In seinen Wahnvorstellungen verfolgte ihn die ganze Welt: Nazis, Aliens, das FBI - und ihre Geheimwaffe war ein unschuldig daher kommendes kleines Objekt in seinem Badezimmer: Sein Seifenschälchen. Dort hatten fremde Mächte ihm in seiner Wahnvorstellung ein geheimes Gift deponiert, dass sein Blut allmählich zu Staub werden ließ.

Die Konsequenz war für Chase klar: Er könne nur überleben, wenn er sich immer wieder frisches Blut zuführe. Woher es kam - das spielte dabei für ihn keine Rolle.

Die Wurzeln seiner psychischen Störung scheinen dabei auf die gestörte Ehe seiner Eltern zurückzuführen sein.

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Vater und Mutter stritten sich über den Zeitraum mehrerer Jahre immer wieder vor dem kleinen Jungen. Als die Ehe schließlich nach einem Jahrzehnt Hass und Gewalt endete, zeigte der junge Richard Chase klare Anzeichen einer psychischen Störung. Es begann mit kleineren rebellischen Akten: Chase trank viel, versuchte sich in Drogenkonsum und wilden Parties aus seiner Welt zu fliehen. Andere Dinge gingen deutlich über solche Auflehnungen hinaus: Chase tötete immer wieder kleinere Tiere und trank ihr Blut.

Erste verstörende Ereignisse

Im Jahre 1976 führte einer dieser Versuche sich Hasenblut zuzuführen zu einer Erkrankung - und Chase wurde in einer psychische Anstalt eingeliefert. Pfleger und Krankenschwestern berichteten später, dass sie sich vor dem neuen Patienten gefürchtet hätten - nicht zuletzt weil er immer wieder mit Vögeln erwischt wurde, denen er die Köpfe abgebissen hatte.

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Trotz alledem wurde er 1977 für gesund erklärt. Chase wurde wieder in die Gesellschaft entlassen und wohnte fortan bei seiner Mutter.

Doch wirklich gesund schien Chase nicht zu sein. Immer wieder verschwanden in der Nachbarschaft Tiere, die Chases Blutdurst zum Opfer fielen. Chase bediente sich häufiger eines leistungsstarken Mixers, mit denen er die Tiere zu einem Cocktail aus Blut, Fell und Gedärmen zerteilte. Doch all dies schien seinen Hunger nicht zu stillen. Sein Körper schien nach mehr zu verlangen.

Im August wurde Chase von der Polizei aufgeschnappt, nachdem er in der Nähe des Lake Tahoe spazieren gegangen war. Sein ganzer Körper war mit Blut bedeckt. In seinem Truck fanden die Beamten zusätzlich einen mit Blut gefüllten Eimer. Es wurde festgestellt, dass es sich um Rinderblut handelte. Chase wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die ersten Menschen fallen dem Monster zum Opfer

Menschliche Opfer fielen dem blutdürstigen Chase erst einige Monate später zum Opfer. Das erste seiner Opfer wurde am 23.

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Januar 1978 gefunden, als der LKW-Fahrer David Wallin von seiner Arbeit kommend, seine junge, schwangere Frau Terry ermordet in ihrem Haus aufwand. Ihr Torso war aufgeschlitzt worden. Der Mörder hatte offenkundig Teile ihrer Innereien gegessen und sich dabei eines Joghurtbechers als Löffel bedient.

Die Polizei fahndete nach dem Monster, das eine solch kaltblütige Tat begangen hatte - und tat sich dabei mit einer neu im FBI gegründeten Einheit zusammen, die sich auf Verhaltenswissenschaften und die Erstellung von Täterprofilen spezialisiert hatte. Das Profil, das in der Folge erstellt wurde, war - wie sich rückblickend zeigen sollte - ausgesprochen zutreffend: Bei dem Täter handele es sich um einen Einzelgänger, wahrscheinlich jung, ungepflegt und schlecht organisiert, der von dem Geld anderer Leute leben würde.

Das Profil traf sehr genau Richard Chase - war jedoch nicht genau genug, um unmittelbar zur Ergreifung zu führen. Eine weitere Tragödie konnte die Polizei auf diese Weise nicht verhindern. Nur vier Tage, nachdem er Terry Wallin heimgesucht hatte, schlug Chase erneut zu. In Sacramento wurden Evelyn Miroth, eine Mutter von drei Kindern, ihr Freund Daniel Meredith und Evelyns Sohn Jason Miroth erschossen und aufgeschlitzt aufgefunden. Ein weiterer Säugling wurde vermisst - und in der Kinderkrippe wurden Blutspuren gefunden. Der geköpfte Körper des Kleinkindes wurde erst Monate später gefunden.

Wie auch bei seinem ersten Opfer war auch Miroths Körper deformiert worden. Ihr Torso war aufgerissen und Innereien entnommen worden.

Der Vampir von Sacramento wird gefangen

Es brauchte nach den grausamen Morden nicht lange, bis die Polizei sich durch mehrere Hinweise in ihren Ermittlungen Chase näherten. Sie konfrontierten ihn in seinem Apartment, woraufhin Chase zu fliehen versuchte, was ihm jedoch misslang.

In seiner Wohnung fand die Polizei blutverschmierte Regale, einen Mixer mit Blutspritzer sowie eine Pistole. Als die Ermittler im Kühlschrank schließlich kaltgestellte Platten mit menschlichen Organen fanden, war ohne Zweifel klar, dass sie den Mörder gefunden hatten.

Besonders erschreckend war jedoch ein Wandkalender. Dort hatte Chase jeweils die Daten der Morde mit “Heute” markiert. Neben den beiden markierten Daten, an denen er seine ersten Taten begangen hatte waren 44 weitere Daten eingezeichnet, wo er weitere Morde vorgesehen hatte.

Nach seiner Festnahme konnte Chase darüber hinaus mit einem weiteren Verbrechen in Verbindung gebracht werden. Im Dezember 1977 hatte er Ambrose Griffin ermordet. Das Motiv, das Chase später angab: Seine Mutter habe ihm zu dieser Zeit nicht erlaubt, Weihnachten nach Hause zu kommen.

DIe Polizei befragte ihn in den Vernehmungen auch dazu, wie er seine Opfer ausgewählt habe. Seine einfache und doch erschreckende Antwort: Er habe sich eben dort Zugang verschafft, wo die Türen nur angelehnt gewesen wären.

In dem Gerichtsprozess, der sich anschloss und am 2. Januar 1979 eröffnet wurde, forderte der Staatsanwalt die Todesstrafe. Die Jury folgte diesem Urteil, da sie Chase für zurechnungsfähig genug hielt, sich über die Konsequenzen seiner Taten bewusst zu sein. Er wurde zum Tode verurteilt.

Das Todesurteil wurde jedoch nie von offizieller Seite vollstreckt - Chase nahm sich vorher das Leben. Der “Vampir von Sacramento”, wie er später genannt werden sollte, hatte während seiner Haft nach Anti-Depressiva verlangt. Diese hatte er solange gesammelt, bis er genug hatte, um sich sein Leben zu nehmen.

Am 26. Dezember 1980 nahm er sie ein - und sich damit das Leben. #Mord #killer #makaber