Jung, attraktiv und fröhlich. So wirkten Paul Bernado und Karla Homolka auf Familienfotos. Doch hinter der “Ken-und-Barbie”-Fassade lauerte das Böse: Das Paar brachte mehrere junge Teenager um - darunter die Schwester von Homolka, Tammy, deren Jungfräulichkeit sie vorher Bernado als Weihnachtsgeschenk angeboten hatte.

Homolka hatte ihren Mann am Rande einer Messeveranstaltung kennengelernt, als sie 17 Jahre alt war. Paul Bernado war ein attraktiver und eloquenter junger Mann. Die Beiden teilten nicht nur schnell das Bett - sondern auch die gleichen Vorlieben: Karla ordnete sich willentlich Bernado unter, nannte ihn “Gebieter” und versuchte ihm ab diesem Moment jeden Wunsch und jede Fantasie zu erfüllen.

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Die Beziehung entwickelte psychotische Züge - und die beiden verstrickten sich immer weiter in ihre Fantasien.

Was Homolka erst später erfahren sollte: Zu dieser Zeit hatte Bernado bereits sein erstes Verbrechen begangen. Er hatte mehrere junge Frauen misshandelt und vergewaltigt - war jedoch zu dieser Zeit nicht von der Polizei gefasst worden. Diese Tat war schon schrecklich genug - das Schlimmste sollte aber noch bevorstehen.

Paul Bernado beklagte sich immer wieder bei Homolka, dass sie, als sie sich kennenlernten, bereits mit anderen Männern das Bett geteilt hatte. Karla Homolka, zu diesem Zeitpunkt von dem Gedanken besessen, Bernado jeden Wunsch zu erfüllen, fand eine grausame Lösung: Sie wusste, dass Bernado Interesse an ihrer 15 Jahre alten kleinen Schwester Tammy geäußert hatte. Die beiden fassten den Plan, dass Tammy als “Ersatz-Jungfrau” für ihre ältere Schwester herhalten sollte.

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Karla Homolka begann damit, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Aus der Tierarztpraxis, in der sie arbeitete, entwendete sie das Betäubungsmittel Halothan. Am 23. Dezember 1990 traf sich die Familie Homolka zu einer Weihnachtsfeier. Im Verlauf des Abends boten Homolka und Bernado Tammy immer wieder mit Schlafmittel versetzte alkoholische Getränke an. Die auf diese Weise gefügig gemachte Tammy wurde von ihnen anschließend in den Keller gelockt und dort mit Halothan betäubt. Das Paar ging dann dazu über, die erst 15 Jahre alte Tammy zu vergewaltigen und sich bei der Tat zu filmen. Die junge Frau begann sich während dieser Prozedur mehrfach zu übergeben - und erstickte in der Folge an ihrem eigenen Erbrochenen. Die Betäubungsmittel in Tammys Körper wurden nicht bemerkt - der Vorfall als tragischer Unfall unter Alkoholeinfluss zu den Akten gelegt.

Die Mordserie geht weiter

Doch die schrecklichen Taten des Paares hatten damit erst begonnen. Unbeeindruckt vom Tod ihrer Schwester, zog Homolka mit Bernado in eine gemeinsame Wohnung.

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Bernado machte Homolka für den Tod von Tammy verantwortlich, und beschwerte sich, dass nun Ersatz für das junge Mädchen gefunden werden müsse. Diesen “Ersatz” fand Karla Homolka schließlich in einer Freundin von Tammy. Auch dieses junge Mädchen wurde über eine größere Menge an Alkohol betäubt und anschließend in die Wohnung des Paares gebracht, wo sie ebenfalls mit Halothan betäubt wurde. Die junge Frau wurde anschließend von Homolka und Bernado vergewaltigt. Sie wachte am nächsten Morgen auf - konnte sich jedoch nicht an die schrecklichen Ereignisse des Vorabends erinnern. Doch der Blutdurst des Paares war damit noch nicht gestillt.

Am 15 Juni 1991 entführten sie Leslie Mahaffy - auch diese junge Frau wurde von dem Paar missbraucht. Anders als Jane kam Leslie Mahaffy jedoch nicht mit dem Leben davon. Ihr Körper wurde von Bernado, nachdem er sie erwürgt hatte, mit einer Kettensäge in kleine Stücke zersägt, in Beton gegossen und schließlich in einem nahegelegenen Stausee versenkt. Die Überreste der jungen Frau wurden erst am 29 Juni von Kanufahren im See bemerkt, nachdem sich der Wasserspiegel gesenkt hatte.

Die Leiche wird gefunden - am gleiche Tag heiratet das Horror Paar

Am gleichen Tag, an dem die Leiche entdeckt wurde, gab sich das Horror-Paar das Ja-Wort. Bernado und Homolka heirateten. Auch nach der Hochzeit wüteten Homolka und Bernado weiter - u.a. entführten sie im April 1992 die 15 Jahre alte Kristen French.

1993 verließ Karla Homolka ihren Mann, nachdem sich während ihrer Ehe Gewaltausbrüche auch zunehmend gegen sie selbst gerichtet hatten. Monatelang hatte Bernado seine Frau geschlagen - sodass sie ihn schließlich verließ und zu ihrer Schwester zog.

Zur gleichen Zeit hatte die Polizei eine neue Spur in Bezug auf Bernados erstes Opfer aufgenommen, das ihm noch vor seiner Bekanntschaft mit Homolka zum Opfer gefallen war. Ein Phantombild konnte angefertigt werden. Ein Arbeitskollege von Bernado meldete der Polizei eine frappierende Übereinstimmung zwischen Phantombild und Bernado. Die Polizei nahm ihn in Gewahrsam und konnte 1993 per DNA-Beweis belegen, dass Bernado der gesuchte Täter war.

Die Ereignisse überschlugen sich: Eine Spezialeinheit der Ontario Police, die mit der Aufklärung verschiedener Morder an Minderjährigen beauftragt war, stellte eine Verbindung von Bernado zu den weiteren Mordtaten her - und damit auch zu Karla Homolka. Homolka wurde ebenfalls verhört. Sie erkannte die Ausweglosigkeit ihrer Lage. In der Folge bot sie den Ermittlern eine umfassende Aussage gegen ihren Ex-Mann an - im Austausch für ein geringeres Strafmaß für sie selbst. Die Behörden willigten ein, dass Homolkas Strafmaß auf 12 Jahre begrenzt werden sollte - mit der Chance bei guter Führung bereits nach drei Jahren wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Die Ermittler glaubten zu dieser Zeit noch, dass Homolka keine aktive Mittäterin, sondern von ihrem Mann unter Druck gesetzt worden war. Als später Film-Mittschnitte der Taten auftauchten, wurde klar, dass dieser Eindruck so in keiner Form dem tatsächlichen Tathergang entsprach. Das Strafmaß konnte zu dieser Zeit aber nicht mehr nachträglich angehoben werden.

Pakt mit dem Teufel

Karla Homolka kam durch diesen Handel, den kanadische Medien später auch als “Pakt mit dem Teufel bezeichneten”, mit einem ungewöhnlich milden Strafmaß davon. Ihr Ex-Mann Bernado hingegen wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Am 1. September 1995 verurteilte ihn ein Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Karla Homolka ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. #Mord #killer #makaber