Dem äußeren Anschein nach war Robert Hansen ein vorbildlicher Mann: Er war der Besitzer eines eigenen Geschäfts, Ehemann und Vater. Doch unter der Oberfläche lauerte ein heimtückischer Killer, dem es Freude bereitete, Frauen und Prostituierte in der Wildnis auszusetzen und zu jagen. Hansens Verbrechen wirken so erschreckend, dass man glauben könnte, sie seien frei erfunden.

Aber Hansens Leben und Verbrechen waren keine Fikiton - sie waren grausame Realität. Er lebte ein geheimes Parallelleben, von dem Freunde, Nachbarn und seine Familie nichts ahnten. Im Verborgenen war er für den Tod zahlreicher Frauen verantwortlich.

Robert Hansen wurde im Jahr 1939 geboren.

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Er wuchs in Iowa auf und erlernte das Bäckerhandwerk. In jungen Jahren wurde der schüchterne und magere Robert von seinen Altersgenossen gehänselt, auch wegen eines stark ausgeprägten Stotterns beim Sprechen. Als Teenager fand Hansen vor allem in den Wäldern und beim Jagen zur Ruhe.

Im Jahr 1960 wurde Hansen das erste Mal verhaftet. Er hatte sich einer Brandstiftung schuldig gemacht, wofür er drei Jahre in Haft verbüsste. Auch nach seiner Entlassung wurde er immer wieder wegen kleineren Delikten in Haft genommen.

1967 entschloss er sich zu einem Neuanfang und siedelte nach Alaska um, eröffnete eine Bäckerei und widmete sich immer intensiver der #Jagd. Doch ungeachtet seiner respektablen Fassade, entwickelte Hansen darunter weiter einen unstillbaren Blutdurst.

Er erlegte Prostituierte wie Wild

Im Jahre 1971 begann seine grauenhafte Mordserie.

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Er zielte dabei vor allem auf Prostituierte und Tänzerinnen ab, die er entführte und vergewaltigte. Nachdem er sie missbraucht hatte, verfrachtete er die Frauen in sein Kleinflugzeug und flog mit ihnen zu einer kleinen Hütte in der Wildnis von Alaska. Dort setzte er die Frauen aus. Hansen gab ihnen einen kleinen Vorsprung. Dann widmete er sich seinem liebsten Hobby: Der Jagd. Mit einem Gewehr bewaffnet nahm er die Spur der Frauen auf und erlegte sie wie Wild.

Hansen konnte auf diese Weise mehrere Jahre seine Taten begehen. Erst im Jahre 1983 konnte der Täter das erste Mal beinahe gestellt werden. Die 17 Jahre junge Prostituierte Cindy Paulson entkam ihm, ihre Hände mit Handschellen gefesselt, in dem Moment, als Hansen gerade das Flugzeug für den Abflug vorbereitete. Sie schilderte der Polizei später, dass Hansen sie mit einer Pistole bedroht habe, sie anschließend entführte und sie in seinem Haus gefoltert habe. Im ersten Moment, in dem Hansen abgelenkt war, habe sie versucht die Flucht zu ergreifen und sich zu einem vorbeifahrenden Truck geflüchtet.

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Hansen gab in der darauffolgenden Vernehmung zu Protokoll, dass es sich bloß um einen Versuch von Paulsen handele, ihn zu erpressen. Er konnte ein fingiertes Alibi vorweisen. Aufgrund dieser Tatsache und seiner allgemein guten Reputation, glaubte die Polizei Hansen. Sie ließen ihn wieder auf freien Fuß.

Doch eine andere Einheit der Polizei war weiterhin auf der Spur des Täters. Das Verschwinden von immer mehr Frauen rund um die Stadt Anchorage führte sie zu der Einsicht, man habe es mit einem Serienkiller zu tun. Profiling-Experten des FBI wurden zur Unterstützung herbeigezogen. Sie diagnostizierten, es handele sich bei dem Täter um einen Jäger mit geringem Selbstbewusstsein, der von seinen Taten wahrscheinlich Andenken aufbewahre und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Neigung zum Stottern aufweise. Dieses Profil passte exakt auf Hansen - er wurde wieder in Gewahrsam genommen.

Der "fliegende Albtraum" wird gefasst

Die Polizei durchsuchte Hansen Haus, sein Flugzeug und sein Auto. Sie fanden dort Schmuck, der den vermissten Frauen zugeordnet werden konnte. Auch fanden sie eine Karte, auf der verschiedene Stellen mit großen Kreuzen markiert waren - Orte, die sich später als Fundorte der Leichen herausstellten. Die Beweislage war erdrückend. Hansen erkannte, dass sein tödliches Spiel ein Ende hatte. Er gestand den #Mord an insgesamt 17 Frauen und die Vergewaltigung von weiteren Opfern. Die Taten hatte er über den Zeitraum von mehr als 12 Jahren verübt. Als Motiv gab er an, er habe mit den Frauen Oral-Verkehr gehabt. In den Fällen, wo er mit der "Leistung" der Prostituierten nicht einverstanden gewesen sei, habe er sie bestrafen wollen. Diese "Strafe" endete dann in der Wildnis von Alaska.

Hansen wurde vor Gericht gebracht und zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Im Jahre 2014 verstarb der "Fliegende Albtraum", wie ihn die Medien nannten, im Alter von 75 Jahren. #makaber