Unser Gehirn verarbeitet vier Milliarden Bit pro Sekunde, ob wir schlafen oder wach sind. Eine enorme Anzahl, wenn man bedenkt, dass die von uns bewusst wahrgenommene Realität nur etwa 2000 Bit pro Sekunde Rechenleistung im Gehirn beansprucht. Liegt die Lösung so mancher Probleme in der Differenz zwischen den vier Milliarden Bit pro Sekunde und den 2000 Bit pro Sekunde?

Wenn man diesem Modell Glauben schenken will, gibt es vieles, das von uns nicht wahrgenommen wird, obwohl es tatsächlich da ist. Es ist nur unserer Wahrnehmung entzogen. Unser Gehirn filtert viele Wahrnehmungen heraus, obwohl Sie für uns nützlich sein könnten. Vielleicht ist es Ihnen auch schon so ergangen, Sie kaufen etwas, von dem Sie glauben, dass es niemand außer Ihnen hat und nach dem Kauf fällt Ihnen das vermeintlich Seltene an jeder Straßenecke auf. Manche schwören Stein und Bein, dass es nicht viele Leute mit einem Gips an der Hand gibt. Erst als Sie selber einen tragen, fallen Ihnen die vielen Leute auf, die ebenfalls einen Gips tragen. Ihr Wahrnehmungsfenster wurde verschoben und dadurch ist Ihnen etwas aufgefallen, das schon immer da war, aber von Ihnen nicht wahrgenommen wurde.

Was wäre, wenn die Lösung für Ihr Jobproblem in diesem unbewussten Bereich verborgen liegt? Sie ist dann zwar in Ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vorhanden, aber Sie haben aufgrund Ihrer momentanen Perspektive keinen Zugriff auf diese Information. Aus dem vermeintlichen alters-, qualifizierungs- oder arbeitsmarktpolitischen Problem würde somit ein reines Wahrnehmungsproblem werden und Sie wären nur eine Idee weit von dem fehlenden Puzzlestück in Ihrer Lebensplanung entfernt. Erschwerend kommen belastende Lebenssituationen wie kein Geld, Druck vom AMS oder der Agentur für Arbeit und fehlender Selbstwert hinzu. Das ohnehin schon schmale Wahrnehmungsfenster wird zusätzlich verengt.

Eine kleine Verschiebung des Wahrnehmungsfensters kann in so einem Fall wahre Wunder bewirken. Die Hauptaufgabe bei der Verschiebung Ihres Wahrnehmungsfensters liegt in der Beschaffung von genug Informationen, die das Fenster verschieben. Für diese Art der Informationsbeschaffung ist es notwendig, den Suchprozess aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Wir sind es gewohnt, verbissen so lange nach etwas zu suchen, bis man die Lösung gefunden hat. Bei der Jobsuche etwa so lange, bis man das geeignete Stelleninserat gefunden hat. Die Suche wird frustriert beendet wenn keine geeigneten Inserate vorhanden sind.

Information schafft Wahrnehmung und Wahrnehmung für zu Handeln. Wenn Sie nicht handeln, dann aufgrund fehlender Informationen. Sie wissen einfach nicht, was Sie machen sollen und daran kann kein institutioneller oder gesellschaftlicher Druck etwas ändern. So mancher, der im Internet Tag für Tag die Stelleninserate durchforstet und in dem gesuchten Bereich nichts findet, legt frustriert die Maus beiseite. Das Problem daran liegt nicht in der Suche sondern in der Fixierung auf ein bestimmtes Ergebnis. Es gibt aber noch eine andere Art der Suche die sich hervorragende in verfahrenen Situationen anwenden lässt. Das Zauberwort lautet Serendipity. Sie haben den Begriff noch nie gehört?

Serendipity ist laut Wikipedia eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist. Sie durchforsten Stelleninserate nach einem bestimmten Job, finden aber überraschend etwas Gleichwertiges oder gar Besseres, an das Sie vorher nie gedacht hätten. Voraussetzung dafür ist eine spielerische Einstellung zur Suche, links und rechts über den Tellerrand zu schauen und auf keinen Fall die Suche zu beenden. Nicht das Finden des Gesuchten ist entscheidend, sondern die Menge der Informationen. Es ist die Menge der Informationen, die im Gehirn den Serendipity-Effekt auslöst.

Bekannte Beispiele für Serendipität sind laut Wikipedia die Entdeckung Amerikas 1492, die Entdeckungen der Röntgenstrahlung, des Penicillins und Viagras, des Sekundenklebers oder der kosmischen Hintergrundstrahlung.

Also bevor Sie in Zukunft frustriert aufgeben, weil Sie wieder nichts gefunden haben und alles aussichtslos erscheint, lassen Sie sich nicht entmutigen. Holen Sie sich so lange Informationen bis es bei Ihnen im Kopf Klick macht. Lassen Sie sich nicht von einer vermeintlichen Sinnlosigkeit Ihrer Internetrecherche abschrecken. Es geht um die Menge der Informationen und die, sich daraus ergebende Wahrnehmungsverschiebung, die Sie zu so manch überraschenden Ergebnissen führen wird. #Arbeitsamt #Depression