Spätestens seit Angelina Jolie die Hexe "Maleficent" im Film "Maleficent - Die dunkle Fee" verkörperte, ist eines klar: Hexen sind sexy, böse und lukrativ, wie die Zahl der Kinobesucher ohne Zweifel bewies. Aber nicht nur in Hollywood, sondern abseits aller Klischees, findet allgemein in Deutschland im Stillen eine spirituelle Renaissance statt, wie das wachsende Interesse an Engeln, Wundern, Begegnungen mit magischen Tieren und Kontakte mit Außerirdischen beweist.

Aber auch immer mehr Menschen finden unauffälligere Möglichkeiten, die Sehnsucht nach der Verbindung mit den größeren Zusammenhängen des Lebens zu spüren und auszuleben. Es ist die Schönheit einfacher Rituale, die sie in ihren Bann schlägt. Feiertage bieten sich geradezu an, einmal Neues auszuprobieren und eventuell auf den Spuren der Hexen und ihrer alten Religion zu wandeln.

Die Hexenfeiertage im Überblick:

Beltane oder Walpurgisnacht

Beltane ist das erste Fest im Jahreszyklus der Hexen und wird vom 30. April bis 1. Mai gefeiert. Christen nennen diese Nacht auch "Walpurgisnacht", nach der heiligen Walpurga, die an diesem Tag starb, benannt. Das Fest ist ein Symbol für den Beginn der Fruchtbarkeit, des Wachstums und der erotischen Liebe.

Sommersonnenwende

Der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres findet am 21. Juni statt und wird besonders gefeiert. Das Leben ist ein Kreislauf, beginnend von der Geburt bis zum Tod. Bei diesem Fest macht man sich bewusst, dass der Prozess des Sterbens bereits begonnen hat. Ab diesem Tag wird das Tageslicht weniger und die Dunkelheit gewinnt an Macht. Grenzen verschwimmen und erlauben den ein oder anderen Blick in die andere Welt.

Lammas oder Lugnasad

Das Fest Lammas wird am 30. Juli gefeiert. Die Natur steht in voller Blüte und die Zeit der Ernte ist schon fast gekommen. Mutter Natur hat ihre Früchte reifen lassen und verteilt sie großzügig an diejenigen, die rechtzeitig gesät haben. Zu Ehren dieses Wachstum will es der Brauch, dass die Bauern als Dankbarkeit für die gute Ernte immer ein paar Halme stehen lassen.

Herbstäquinoktium

Dieses Fest entspricht ungefähr dem bekannten Erntedankfest und wird am 23. September gefeiert. Die Ernte wird eingefahren, soll sie doch die Familien den ganzen dunklen Winter lang ernähren. In früheren Zeiten war es überlebenswichtig, dass die Ernte reich ausfiel, nur so war es möglich, den Winter zu überstehen. Aus Dankbarkeit opferte man oft die besten Früchte, um zu gewährleisten, dass im nächsten Jahr die Ernte wieder so reichlich ausfällt.

Halloween oder Samhain

Samhain, das am 31. Oktober stattfindende Fest, ist eine der wichtigsten Hexenfeiern im Jahreslauf und wird auch als "Hexensilvester" bezeichnet - Was wurde erreicht und was nicht. Es ist die Zeit Unerledigtes abzuschließen und reinen Tisch zu machen. In dieser Nacht ist sich das Reich der Lebenden und das Reich der Toten am nächsten, deshalb ist es leichter mit Verstorbenen in Kontakt zu treten. Der beliebte Brauch, verkleidet von Haus zu Haus zu ziehen und um Süßigkeiten zu bitten, findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger.

Wintersonnenwende

Die Dunkelheit des 21. Dezembers hat die größte Macht über das Licht. Es ist die längste Nacht des Jahres. Das bedeutet aber auch, dass es von nun an immer heller wird. Das Licht wird wieder stärker und besiegt die Dunkelheit. Die Wintersonnenwende, kurz vor Weihnachten ist eine sehr stille und sehr meditative Zeit.